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Die Frauen müssen endlich ran!

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Von: Hilke Brockmann

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Chinesischer Machthaber Xi: „Warum aber kommt eine gerontokratische Männerclique mit dieser Unglückspolitik durch?“
Chinesischer Machthaber Xi. „Warum aber kommt eine gerontokratische Männerclique mit dieser Unglückspolitik durch?“ © Ng Han Guan/dpa

Feministische Außenpolitik ist mehr als ein wokes Feigenblatt. Es geht um eine überlebensfähige Welt. Mädchen, Frauen und Mütter müssen sich vereinen und dem irrlichternden Vaterlandsgerede ein Ende setzen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Jegliche Vernunft wirtschaftlichen Handelns geht in diesem politischen Sturm unter. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine geht in seine nächste hässliche Phase. Iranische Drohnen terrorisieren die Zivilbevölkerung in der Ukraine, während der iranische Polizeistaat zu Hause die eigene Jugend erschlägt. Xi Jinping schwört sein Riesenreich auf eine Art Zwangsehe mit Taiwan ein. Das also ist die schöne neue Welt einer greisen Männerriege! Den Freiheitsruf der iranischen Schulmädchen verkehrt sie in ihr glattes Gegenteil: Männer – Tod – Unfreiheit. Eine hochprozentige Mixtur zum Unglücklichsein.

Warum aber kommt eine gerontokratische Männerclique mit dieser Unglückspolitik durch? Warum lässt die Mehrheit der Menschheit – Frauen leben ja länger als Männer – die alten Männereliten gewähren? Warum kämpfen so viele junge und wenig Privilegierte für das Glück der ganz wenigen Herrschenden? Klar, werden Sie jetzt denken, das ist keine freie Entscheidung. Das ist der autoritäre Polizeistaat, die gleichgeschaltete Justiz und der unbedingte politische Wille zur Repression.

Und doch gibt es furchtlose Menschen. Eine Gruppe hat wegen ihrer Selbstlosigkeit moralisches Schwergewicht: die Mütter. Die Mütter der Soldaten spielten bei der sowjetischen Beendigung des Afghanistaneinsatzes eine zentrale Rolle. Auch in anderen Regionen der Welt protestieren Mütter gegen das Unrecht. In Südafrika gingen Mütter gegen die Apartheid auf die Straße. In Sri Lanka verlangten Mütter mehr als vier Jahre lang nach Aufklärung über ihre verschwundenen Kinder im Bürgerkrieg. In Argentinien demonstrierten die Madres de Plaza de Mayo für Menschenrechte und Gerechtigkeit während der Militärdiktatur. Und in Armenien verlangten Mütter verstorbener Soldaten öffentlich Gehör.

Die Forschung zeigt eindeutig, dass Frauen signifikant weniger aggressiv sind als Männer. Vergegenwärtigen wir uns nur einmal das militärische Kriegsgerät. Eine Vagina findet man da nicht. Feministische Außenpolitik ist mehr als ein wokes Feigenblatt. Für eine glücklichere, friedlichere und überlebensfähige Welt müssen sich jetzt die Mädchen, Frauen und Mütter vereinen und dem irrlichternden und blutrünstigen Vaterlandsgerede ein Ende setzen. Im 21. Jahrhundert wird es Zeit, für eine mütterlichere Welt!

Die Autorin ist Soziologin. Sie arbeitet an der Jacobs University in Bremen.

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