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Die Rufe nach „mehr Geld“ reichen einfach nicht aus, um die vielfältigen Herausforderungen an Krankenhäuser zu stemmen, sagt Franz Knieps.

Gastwirtschaft

Kliniken in Deutschland schlagen Alarm - Es fehlt an Geld und Fachkräften

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Die stationäre Versorgung in Krankenhäusern bedarf der Umstrukturierung. Ein Gastbeitrag von Franz Knieps.

  • Krankenhäuser in Deutschland schlagen Alarm
  • Bei Klinik-Modernisierung muss der Bund anpacken
  • Die Rufe nach„Mehr Geld“ reichen einfach nicht aus 

Wieder einmal schlagen die Krankenhäuser in Deutschland Alarm. Doch finden sie in der Politik in Bund und Ländern auch Gehör? Zu oft haben ihre Interessenvertreter in Berlin und in den Landeshauptstädten falschen Alarm ausgelöst. Zu einfallslos waren und sind ihre politischen Rezepte gegen die permanente Krise. Die Rufe nach „mehr Geld“ reichen einfach nicht aus, um die vielfältigen Herausforderungen an Krankenhäuser zu stemmen.

Krankenhaus: Klinik-Landschaft schlecht gerüstet

Die demografische Entwicklung und die sozialen Veränderungen, wie die Zunahme der Ein-Personen-Haushalte oder die Zuwanderung in die Städte, erhöhen die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Der medizinisch-technische Fortschritt erweitert die Möglichkeiten in der Hochleistungsmedizin und verstärkt den Trend zur Ambulantisierung der Versorgung in den Kliniken. Die digitale Transformation hat nicht nur eine technologische Dimension, sondern ist Teil eines fundamentalen kulturellen Wandels. 

Für all diese Veränderungen ist die deutsche Krankenhauslandschaft schlecht gerüstet. Zu viele kleine und mittlere Häuser auf zu engem Raum, eine mehr als unzureichende Investitionsfinanzierung, ein überall spürbarer Fachkräftemangel oder falsche ökonomische Anreize zur Mengenausweitung sind nur einige der Ursachen für die bedrohliche Entwicklung in der stationären Versorgung.

Krankenhaus: Bei Klinik-Modernisierung müssen Bund, Länder und Krankenkassen mit anpacken

Hier helfen weder das routinierte Wehklagen noch übereilte Finanzspritzen. Es bedarf einer grundlegenden Umstrukturierung der Krankenhäuser. Hierfür werden alle Beschäftigten, aber längst nicht alle Standorte gebraucht. Das gilt speziell für die urbanen Ballungsgebiete, in denen umfassende Konzentrationsprozesse unausweichlich sind, damit sich die Personalsituation entspannen kann. 

Zur Modernisierung der Häuser sollte eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Krankenkassen anreizen, wie es sie bereits einmal sehr erfolgreich nach der Vereinigung in den neuen Bundesländern gegeben hat. Man muss gar nicht nach Dänemark fahren, um eine neu gestaltete Krankenhauslandschaft zu begutachten; ein Besuch in Sachsen reicht aus.

Kliniken in Deutschland: Das Krankenhaus bleibt ein Pflegefall 

Bei der Mobilisierung zusätzlicher Finanzmittel muss allerdings sichergestellt werden, dass das Geld wirklich zur Strukturbereinigung verwandt wird und nicht Löcher in anderen Teilen der Länderhaushalte stopft. Der Föderalismus ist sehr erfindungsreich, was die Zweckentfremdung von Finanzmitteln angeht. Andernfalls bleibt das Krankenhaus ein Pflegefall.

Der Autor Franz Knieps ist Vorstand des BKK-Dachverbands.

Die Länder sind für den Erhalt von flächendeckender Krankenhaus-Versorgung.

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