Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wenn eine Produktdesignerin eine Waschmaschine entwirft, beachtet sie selbstverständlich Aspekte wie Sicherheit oder Energieverbrauch. Das Gerät auch langlebig oder einfach zerlegbar zu gestalten – das vergütet einem im heutigen Wirtschaftssystem niemand.
+
Wenn eine Produktdesignerin eine Waschmaschine entwirft, beachtet sie selbstverständlich Aspekte wie Sicherheit oder Energieverbrauch. Das Gerät auch langlebig oder einfach zerlegbar zu gestalten – das vergütet einem im heutigen Wirtschaftssystem niemand.

Kreislaufwirtschaft

Bettina Hoffmann: Design und Daten

  • VonBettina Hoffmann
    schließen

Immer wenn ein Produkt zu Müll wird, vernichten wir auch Arbeit, Energie und Rohstoffe. Das müssen wir ändern. Ein Gastbeitrag von Bettina Hoffmann.

Der Ressourcenhunger der Menschheit ist ungebremst. Öl machen wir zu Plastik, Kies zu Beton, Holz zu Möbeln, Lithium zu Batterien. Recycelt wird nur ein Bruchteil: Neun von zehn Tonnen Neuware stellen wir aus Rohstoffen her, die wir frisch der Erde entnehmen.

Intuitiv verstehen wir, dass das nicht wirtschaftlich ist. Immer, wenn ein Produkt zu Müll wird, vernichten wir auch Arbeit, Energie und Rohstoffe. In dieser Erkenntnis steckt aber auch die großartige Nachricht, dass wir mit viel weniger Ressourcen unseren Güterbedarf decken können – wenn wir Materialien nicht ständig vernichten und neu herstellen, sondern im Kreislauf führen. Dafür müssen wir unsere Produktion grundlegend umstellen. Zwei Felder sind dafür zentral: Design und Daten.

Wenn eine Produktdesignerin eine Waschmaschine entwirft, beachtet sie selbstverständlich Aspekte wie Sicherheit oder Energieverbrauch. Das Gerät auch langlebig oder einfach zerlegbar zu gestalten vergütet einem im heutigen Wirtschaftssystem niemand. Dennoch machen sich immer mehr Unternehmen genau darüber Gedanken. Sie entwerfen Mehrwegverpackungen oder Kleidungsstücke, die perfekt recycelbar sind. Solche Innovationen gilt es zum gesetzlichen Gebot zu machen. Denn nur ein Produkt, das für den Kreislauf entworfen wurde, kann sinnvoll im Kreislauf geführt werden.

Das beste Design nützt nichts, wenn Produkte nicht zurück in den Kreislauf finden. Erst Daten machen Müll zu wertvollen Rohstoffen. Nur wenn Einkäufer:innen verlässlich wissen, wo und wann ein Produkt bereit für die nächste Runde im Kreislauf ist, welche Fasern, Kunststoffe oder Metalle genau darin stecken und wie einfach es zerlegt werden kann, wird er ein Gebot abgeben. Die Politik muss das unterstützen – etwa indem sie eine sichere IT-Infrastruktur fördert und digitale Produktpässe zum Standard erklärt.

In Deutschland haben wir die besten Voraussetzungen für den Weg in eine echte Kreislaufwirtschaft. Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass Start-ups, der traditionelle Maschinenbau und die Grundstoffindustrie auf klare Signale warten, um Geld in grüne Ideen zu investieren. Diese Rahmenbedingungen sollten wir so schnell wie möglich schaffen. Denn ohne eine radikale Ressourcenwende ist die Klimakrise nicht zu bezwingen.

Die Autorin ist umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare