Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Während das BIP geschrumpft ist, sind die Vermögen weiterhin gewachsen.
+
Während das BIP geschrumpft ist, sind die Vermögen weiterhin gewachsen.

Gastwirtschaft

Der Taler muss wandern

  • Beate Bockting
    vonBeate Bockting
    schließen

Deshalb brauchen wir effektive Negativzinsen. Die Gastwirtschaft.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im Corona-Jahr 2020 um fünf Prozent eingebrochen. Mitten in dieser tiefen Rezession stieg jedoch das Geldvermögen der Privathaushalte im dritten Quartal auf 6738 Milliarden Euro an, eine Zunahme um unglaubliche 280 Milliarden Euro gegenüber Ende 2019.

Während das BIP geschrumpft ist, sind die Vermögen weiterhin gewachsen. Dies konnte nur zulasten derer gehen, die über kein Vermögen verfügen. Von einer Enteignung der Sparer durch die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank kann nach diesen Zahlen keine Rede sein.

Der Großteil der Geldvermögen wird auf täglich fälligen Konten „geparkt“. Dies ist gesamtökonomisch betrachtet schädlich. „Herumliegendes“ Geld muss unter Druck gesetzt werden, damit es in der Realwirtschaft ankommt. Effektive Negativzinsen können dies bewirken. Tatsächlich wird bislang jedoch nur ein Bruchteil der Unternehmenseinlagen mit Negativzinsen belastet, private Einlagen so gut wie gar nicht. Das muss sich ändern! Verwahrentgelte für geparkte private Geldvermögen sind ökonomisch notwendig. Der Gesetzgeber ist gefragt, Negativzinsen auch bei alten Kundenverträgen zu ermöglichen.

In einer Rezession hat niemand ein Anrecht auf einen sicheren Zins von null Prozent, schon gar nicht, wenn er den Wirtschaftskreislauf stört, indem er Giro- und Tagesgeld-Konten zum langfristigen „Sparen“ missbraucht. Warum sollten Geldparker null Prozent Zins erhalten – aktuell sogar (bei einer Inflationsrate von minus 0,25 Prozent) einen positiven Realzins –, wenn Staatsanleihen negativ verzinst sind?

Daher müssen große Geldvermögen, die auf täglich fälligen Konten liegen, mit Negativzinsen in andere Anlageformen gedrängt werden, die nun einmal nicht völlig risikolos sein können. Das Geld muss dahin fließen, wo es benötigt wird, wo es jedoch an Sicherheiten mangelt. Denn die Sicherheiten sind aufgrund der jahrzehntelangen Umverteilung durch Zinseszins und Bodenrenten extrem ungerecht verteilt.

Erst effektive Negativzinsen sorgen für einen regelmäßigen Geldumlauf, der von der ökonomischen Theorie bislang sträflich vernachlässigt wurde. Negativzinsen lassen Geld fließen. „Taler, Taler, du musst wandern“ – diese Volksweisheit sollte endlich auch bei den Ökonomen ankommen.

Beate Bockting ist stellvertretende Vorsitzende der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare