Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Schüler einer vierten Klasse einer Grundschule zeichnet ein Corona-Virus an die Tafel. Im Jahr 2020 berichtete die jährliche R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“, diese hätten mehr Angst vor Trump als vor Corona.
+
Ein Schüler einer vierten Klasse einer Grundschule zeichnet ein Corona-Virus an die Tafel. Im Jahr 2020 berichtete die jährliche R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“, diese hätten mehr Angst vor Trump als vor Corona.

Produktivität

Der Preis der Angst

  • Carl Naughton
    VonCarl Naughton
    schließen

Wie wir die Zukunft mit Mut meistern können: Zuversicht entsteht durch das Denken in Alternativen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Im Jahr 2020 berichtete die jährliche R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“, diese hätten mehr Angst vor Trump als vor Corona. Dieses Jahr schied Trump als Angstmacher aus. Corona hingegen ist geblieben und mit dem Virus die Angst vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland. Dies fürchten stolze 58 Prozent der Befragten.

Das ist beängstigend. Denn solche Sorgen machen eine angespannte Lage schlimmer. Sie wirken sich nicht nur auf den einzelnen Menschen und sein Wohlbefinden aus. Sie kosten Unternehmen Millionen. Schon vor Corona war messbar, wie sehr Sorgen und Ängste von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur deren Lebensqualität, sondern auch deren Produktivität beeinträchtigen. Das Ergebnis: Acht Tage Produktivität verlieren Unternehmen pro sorgenvollem Mitarbeiter im Jahr. Das wird teuer!

Was aber hilft dagegen? Achtsamkeit zum Beispiel. Aber in einer Studie mit Kollegen der George Mason Universität in Virginia konnten wir beobachten: Sie wirkt nicht unbedingt bis in die Zukunftsorientierung. Die berufliche Neugier schnitt bedeutend besser ab. Neugier sorgt für mehr und ungewöhnlichere Ideen, aber leider nicht dafür, dass Menschen diese Ideen auch umsetzen.

Um unter Anspannung leistungsfähig und -willig zu sein, brauche es noch etwas anderes. Ich nenne es Zukunftsmut oder, in der Forschung, das psychologische Kapital. Dieser Zukunftsmut entsteht, wenn Menschen in vier Dimensionen gestärkt werden: Zuversicht, Widerstandskraft, Selbstwirksamkeit und realistischem Optimismus.

Sie alle lassen sich im täglichen Miteinander verzahnen, um der Zukunftsangst den Zukunftsmut entgegenzustellen. Zuversicht entsteht durch das Denken in Alternativen. Wer bereits zu Beginn Plan B und C mit entwickelt, muss nicht mehr fürchten, dass Plan A der einzige Strohhalm bleibt.

Selbstwirksamkeit entsteht durch die Anderen. Deshalb ergibt es nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich Sinn, anderen auch mal ungefragt positive Rückmeldung zu deren „Superkräften“ zu geben. Eine E-Mail zu bekommen, die sagt „Es hat mich sehr beeindruckt, wie Sie ...“ – das schafft Selbstwirksamkeit pur. Aber Vorsicht: Menschen müssen diese Selbstwirksamkeitsturbos auch ernst meinen. Sonst entsteht toxischer Optimismus – und der war schon bei Trump ungesund und kam viele teuer zu stehen.

Der Autor ist Wirtschaftspsychologe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare