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Das Vorbild Elon Musk

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Von: Karl-Heinz Land

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Bei Tesla werden Entscheidungen von denen getroffen, die das entsprechende Wissen und Knowhow haben, sagt Karl-Heinz Land.
Bei Tesla werden Entscheidungen von denen getroffen, die das entsprechende Wissen und Knowhow haben, sagt Karl-Heinz Land. © Jae C. Hong/dpa

Warum der Autobauer Tesla auf Agilität setzt. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Elon Musk und Tesla sind durchaus nicht unumstritten. Eins aber bleibt: der Erfolg des Unternehmers Musk und seiner Unternehmen. Allein der Wert des E-Autobauers Tesla übersteigt den Wert aller anderen Automobilhersteller zusammen.

Was macht Tesla so anders? Sind es die Autos? Oder ist es ein Prinzip, das Tesla und Musk erfolgreich macht? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Tesla die sogenannte „Gigafactory“ in Brandenburg innerhalb von zwei Jahren baut und in Betrieb nimmt? Planbeginn 2019, Baustart im ersten Quartal 2020, Produktionsbeginn im März 2022. Zur Erinnerung: Der Flughafen Berlin-Brandenburg, mit dessen Planung im Jahr 1997 begonnen wurde, sollte im Jahr 2007 eröffnet werden. Die Eröffnung fand im Oktober 2020 statt! Was also macht den Unterschied? Was können wir von Tesla lernen?

Tesla glaubt nicht an Hierarchie. Kein Manager muss Entscheidungen fällen, für die er ohnehin nicht das Fachwissen besitzt. Tesla folgt dem Prinzip Agilität! Elon Musk hat verstanden, dass jedes Produkt, das ein Unternehmen verlässt, die Folge seiner Organisation ist. Bei Tesla werden Entscheidungen und Verantwortung dorthin verlagert, wo sie hingehören, nämlich zu den Menschen und Teams mit dem entsprechenden Wissen und Knowhow.

Die Grundprinzipien dieser Organisation kennen wir aus der agilen Software-Entwicklung, die durch folgende Prinzipien bestimmt wird: Offenheit gewährleistet, dass jeder Vorschlag, der eine Lösung verspricht, auch angenommen werden kann. Beteiligung ist wichtig, um die Mitarbeiter in die Erarbeitung einer Lösung einzubeziehen. Fokus führt dazu, dass eine getroffene Entscheidung auch konsequent umgesetzt wird. Augenhöhe – man sagt, dass Musk oft mehr auf die Arbeiter am Band höre als auf seine Manager. Wertschätzung für jeden Beitrag zur Verbesserung und Mut zu Entscheidungen, denn jedes Unternehmen ist auch die Folge seiner getroffenen Entscheidungen. Ohne Entscheidung bleibt nur Stillstand. Vermutlich sind circa 90 Prozent eines Projekterfolges vom Commitment zum Projekt abhängig. Erfolgreich zu bleiben, zu überleben und in Zeiten der „Permakrise“ krisenresilient zu werden, heißt somit auch, agil zu werden.

Der Autor Karl-Heinz Land ist Investor, Redner und Kenner der Transformation. Zuletzt erschien sein Buch: „Stillstand als Beschleuniger: Covid-19 als notwendige ‚Schöpferische Zerstörung’?“.

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