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Besser das Volk aufrüsten

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Von: Dennis Fischer

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Lassen sich gewöhnlich nicht verlinken: Bücher in Papierform.
Wenn wir in Zukunft alle fünf bis sieben Jahre den Job, das Unternehmen und vielleicht sogar die Branche wechseln, brauchen wir lebenslange Lernfähigkeit, um für den Arbeitsmarkt relevant zu bleiben. © Sebastian Gollnow/dpa

Wir sollten in Bildung, nicht ins Militär investieren. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Eine Abiturientin zu ihrem Vater: „Papa, bitte, bitte, bitte! Ich würde so gerne Jura studieren!“. Der Vater antwortet genervt: „Das haben wir doch jetzt schon Tausend Mal besprochen. Du übernimmst den Youtube-Kanal deiner Mutter und damit Ende der Diskussion!“

Werden wir das in einigen Jahren zu unseren Kindern sagen? Die Arbeitswelt steht vor dem größten Umbruch in der Geschichte der Menschheit. Gerade erst wurden in Davos hitzige Diskussionen über das „Re- und Upskilling“ der arbeitenden Bevölkerung geführt. Es ist die Rede von einer Milliarde Menschen, die bis 2030 neue Kompetenzen und Fähigkeiten erlernen müssen, um nicht aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden. Auf der Seite des Job-Futuromaten kann jeder überprüfen, wie viel Prozent seines Jobs von der Automatisierung betroffen sind.

Gut ausgebildete Juristen erledigen in 90 Minuten Aufgaben, für die eine Künstliche Intelligenz nur 26 Sekunden benötigt. Da ist klar, wer am Ende das Rennen machen wird. Unternehmen wie UiPath automatisieren sämtliche Prozesse, die man in einem Handbuch beschreiben kann.

Aber was bleibt dann noch für uns Menschen, wenn Algorithmen und Künstliche Intelligenzen in den nächsten Jahren immer mehr geistige Routineaufgaben übernehmen werden? Welche Skills benötigen wir, um uns von Maschinen zu unterscheiden? Eben genau jene, die Maschinen nicht einfach kopieren können.

Empathie, Resilienz, Kreativität, die Fähigkeit komplexe Probleme zu lösen und vor allem benötigen wir eins: Wenn wir in Zukunft alle fünf bis sieben Jahre den Job, das Unternehmen und vielleicht sogar die Branche wechseln, brauchen wir lebenslange Lernfähigkeit, um für den Arbeitsmarkt relevant zu bleiben.

Dazu müssen wir unser Bildungssystem reformieren. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts und den Reformen von Wilhelm von Humboldt ist unser Schulsystem quasi unverändert. Die G8-Schule und die Bologna-Reformen haben nichts verändert, sondern die Probleme nur auf eine kürzere Dauer zusammengeschoben.

Wir sollten die 100 Milliarden nicht in die Aufrüstung unserer Bundeswehr, sondern in die Aufrüstung unserer Bevölkerung stecken. Damit würden wir langfristig deutlich besser dastehen und wären gut vorbereitet für die größte Revolution des Arbeitsmarktes!

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