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Der digitale Euro- braucht man ihn?
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Der digitale Euro- braucht man ihn?

Digitaler Euro

Geld und das Problem der Koexistenz

  • Rainer Voss
    VonRainer Voss
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Was der digitale Euro im Fiat-Geldsystem bewirkt.

In der reißerischen Berichterstattung in Sachen Bitcoin und Co. ist völlig untergegangen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr erstes Grundsatzpapier zum Thema „Digitaler Euro“ veröffentlicht hat. Was soll das und wieso braucht man das ?

Wir erinnern uns: Unser Geldsystem kennt zwei Arten von Geld, nämlich das Zentralbankgeld und das Bankengeld. Ersteres ist Geld, letzteres ein Zahlungsversprechen. Die einzige Form in der wir Bürgerinnen und Bürger Zentralbankgeld halten können, ist Bargeld, von dem, nimmt man die gesamte Eurozone zusammen, pro Kopf nur circa 2700 Euro zur Verfügung stehen.

Wird nun das Vertrauen in das Zahlungsversprechen der Banken erschüttert, kommt es zum Bankenrun. Das Volk will unter den sicheren Mantel der Zentralbank flüchten und stürmt die Geldautomaten. Die sind bald leer, Verunsicherung, vielleicht soziale Unruhen und eine Wirtschaftskrise folgen. Im bestehenden System hat die Zentralbank einen Plan A, wie einer solchen Krise zu begegnen ist.

Kryptowährungen umgehen das Bankensystem

Die Geburt der Kryptowährungen eröffnet den Bürgerinnen und Bürgern aber nun einen neuen Weg zur Umgehung des Bankensystems und stellt damit ein Problem nicht nur für die EZB dar. Eine Situation wird denkbar, in der in einer Finanzkrise gewaltige Summen in den dezentralen, nicht regulierten Sektor abwandern.

Der digitale Euro stellt gewissermaßen den Plan B für diese Situation dar. Eine Kryptowährung, die durch die Autorisierung der Zentralbank einen Premium-Status erhält. Dummerweise entsteht an dieser Stelle ein Dilemma: Gibt die Zentralbank den Bürgern die Möglichkeit, ihre Bankguthaben in unbegrenzter Höhe in digitale Euros zu tauschen, riskiert sie den Kollaps des Bankensystems, weil das Vertrauen in dessen Mechanik doch schon recht strapaziert ist. Der Kaiser ist nackt! Begrenzt sie die Höhe der möglichen digitalen Guthaben – im Gespräch sind 3000 Euro – bedeutet dies nichts anderes, als die Zementierung des Status quo auf anderem Niveau. Guthaben, die diesen Betrag übersteigen, weiter in Kryptogeld zu transferieren erscheint immer noch attraktiv.

Der Vorstoß der EZB in Sachen digitaler Euro ist ehrenhaft und durchdacht, löst aber nicht das Grundproblem der Koexistenz zweier Geldformen im Fiat-Geldsystem.

Der Autor ist ehemaliger Investmentbanker und Protagonist des Dokumentarfilmes „Master of the Universe“.

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