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Vakzine

Corona-Krise: „Impfstoff-Apartheid“ wird zur Goldgrube für Biontech

  • Andreas Bangemann
    VonAndreas Bangemann
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Das Coronavirus mutiert sich in armen Ländern durch griechische Alphabet. Daran verdienen Pharma-Konzerne ein Vermögen. Der FR-Gastbeitrag.

Frankfurt am Main - Im dritten Quartal 2021 erzielte der Pharmariese Pfizer zwei Drittel seines Konzernumsatzes mit dem Verkauf des Corona-Impfstoffs Comirnaty. Das in Mainz „An der Goldgrube“ ansässige Unternehmen Biontech machte im Jahr 2020 zwischen Juli und September einen Umsatz von 67,5 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Verlust von 210 Millionen. Im gleichen Zeitraum 2021 wuchs der Umsatz auf sechs Milliarden Euro. Nahezu das Einhundertfache. Mit einem Nettogewinn in diesen drei Monaten von 3,2 Milliarden Euro. Biontech hält die Patente auf die Vakzine, Pfizer hat die Produktionsstätten und Vertriebskanäle.

Öffentliche Haushalte zahlreicher Länder subventionierten die Entwicklung der Corona-Impfstoffe auf vielfältige Art. Das Überstehen der riskanten unternehmerischen Phase wurde den Konzernen dadurch ermöglicht. Diese vermitteln dennoch wie selbstverständlich das Narrativ des privatwirtschaftlichen Wunders der gesamten Entstehungsgeschichte.

Warten auf den Corona-Impfstoff - das gilt für viele Menschen in ärmeren Ländern der Welt.

Biontech/Pfizer: Wie Unternehmen in der Corona-Krise an der Impfstoff-Apartheid verdienen

Der „Risikokapitalgeber Allgemeinheit“ ist bei wesentlichen Entscheidungen zur Bekämpfung der Pandemie außen vor, denn Hüter der Patente bleiben die Konzerne. Über ihr Monopol bestimmen sie Mengen und Preise des begehrten Serums. Mit fatalen Folgen: Es kommt zu einer „Impfstoff-Apartheid“. Die armen Länder sind fast vollständig vom Zugang zu Impfstoffen abgeschnitten. 2,5 Milliarden Menschen können nicht geimpft werden, weil es ihnen an Geld mangelt.

Der Autor

Andreas Bangemann ist Redakteur der Zeitschrift „Humane Wirtschaft“

Die Gesetze des Marktes gelten zu allen Zeiten. Dadurch wird die globale Strategie, durch Impfung die Pandemie in den Griff zu bekommen, zu einer Farce. In Ländern ohne ausreichenden Impfstoffzugang mutiert sich das Virus durch das griechische Alphabet und reist per Flugzeug in den zu nahezu 100 Prozent durchgeimpften reichen Norden, um dort weiter sein ansteckendes Unwesen zu treiben.

Das Geschäft mit Corona-Impfstoffen zeigt: Nur die Rendite zählt

Die Pharmalobby verhindert mit Beihilfe der Politik, dass die subventionierten Impfstoffe zu Allgemeingut (Commons) gemacht und innerhalb kürzester Zeit überall auf der Welt bezahlbar produziert werden können. Der einzig auf Renditen zugeschnittene Spätkapitalismus zeigt einmal mehr sein hässlichstes Gesicht. Vor ethischen Vorwürfen schützt die Handelnden der allen Angriffen erhabene Grundsatz der Wirtschaftsordnung, wonach höchstmögliche „Kapitalrendite“ zwingend erforderlich ist. Koste es, was es wolle. (Andreas Bangemann)

Rubriklistenbild: © Ben Birchall/dpa

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