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Pandemie

Corona-Krise: Impfstoffe müssen fair verteilt werden

  • vonLisa Reichmann
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Die Corona-Pandemie macht nicht Halt an Grenzen und erfordert gemeinsame Lösungen. Auch beim Impfstoff.

  • Corona verbreitet sich immer noch rasant.
  • Impfstoffe machen Hoffnung.
  • Doch es braucht gerechte Lösungen.

Rund 15,6 Milliarden Euro – zugesagt für die Impfstoff-Forschung. Forscher:innen, die alles geben. Und Kühlcontainer am Frankfurter Flughafen, die auf Tag X warten. Jetzt gilt es, den Corona-Winter mit Abstand auszuharren und auf einen Impfstoff zu warten. Oder?

In reichen Industrienationen wie Deutschland vielleicht. Doch was ist mit erkrankten Menschen in Ländern wie dem Jemen? Wer sollte die lebensrettenden Impfstoffe zuerst bekommen, wenn es sie gibt? Wie kann fair verteilt werden?

Kampf um den Corona-Impfstoff: Pharmakonzerne sollten auf Patente verzichten

Ein Wettbieten um die ersten Impfdosen läuft bereits, die EU und die USA sind ganz vorne mit dabei. Getreu der Logik des Marktes – wer am meisten zahlt, bekommt den Zuschlag. Dabei sollten alle Pharmakonzerne hier auf Patente verzichten und Impfstoffe zum Selbstkostenpreis anbieten, damit Wohlstand und Herkunft nicht über den Krankheitsverlauf entscheiden.

Doch nationaler Egoismus ist auf dem Vormarsch und jeder und jede will zuerst. Ist das fair? Ein von Ethiker:innen entwickeltes Modell mit dem Namen „Fair Priority“ fordert, dort zuerst zu impfen, wo die Not am größten ist. Das hieße für Deutschland erst einmal abzuwarten, da hierzulande – trotz steigender Zahlen und bei allen Einschränkungen – die sozioökonomischen Auswirkungen global gesehen gering sind.

Corona-Pandemie: Impfstoff muss fair verteilt werden

Menschen in ärmeren Ländern leiden viel stärker unter der Pandemie – oft bedeutet Lockdown dort Hunger und Ansteckung Tod. Deshalb fordert auch die Weltgesundheitsorganisation: Impfstoffe müssen fair verteilt werden.

So weit, so sinnvoll. Doch es bleiben große Ängste und konkurrierende Nationalstaaten. Gesundheitsminister Jens Spahn findet: Wenn deutsche und europäische Förderung das Impfen ermöglicht, dann müsse auch hier zuerst geimpft werden. Eine Weitergabe des Impfstoffs in den globalen Süden könne später im Rahmen freiwilliger Initiativen erfolgen.

Wer bekommt den Schutz zuerst? Noch ist der erste Impfstoff gegen den Sars-Cov-2 nicht zugelassen, doch die Verteilungskämpfe laufen längst.

Gerechte Impfstoffverteilung nötig, damit Corona nicht noch mehr zerstört

Ist das die Antwort der Weltgemeinschaft auf eine globale Pandemie? 75 Jahre nach Gründung der Vereinten Nationen kann das nicht alles sein! Eine Pandemie, die nicht an Grenzen Halt macht, erfordert gemeinsame Lösungen: Wir brauchen eine faire und transparente Verteilung von Impfstoffen nach ethischen Überlegungen. Sonst zerstört Corona noch viel mehr als Menschenleben und Industriezweige.

Die Autorin ist Teamleiterin bei der Nichtregierungsorganisation Campact

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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