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Ein Fuchs steht auf einer Wiese. Corona hilft den Tieren, ihre Natur zurückzuerobern.
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Ein Fuchs steht auf einer Wiese. Corona hilft den Tieren, ihre Natur zurückzuerobern.

Ausgangssperren helfen Tierwelt

Corona belebt die Natur

  • Andreas Bangemann
    VonAndreas Bangemann
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Die Tierwelt nutzt den Rückzug der Menschen. Sie erobert sich zumindest vorübergehend Flächen zurück.

Seit Monaten ist unser Tagungshaus verwaist. Keine Sorge, was folgt, ist nicht das Klagelied eines gastronomischen Familienbetriebs in Zeiten des Lockdowns. Die Unterstützung durch staatliche Hilfen ließ uns bis dato durchhalten.

Ich wollte von dem kleinen Rehbock berichten, den wir über unseren Parkplatz umherflanieren sehen. Die Überwachungskamera am Haus zeichnet ihn und andere Tiere auf. Es gibt so viele Aufnahmen wie nie auf der Speicherkarte des Systems. Füchse, Hasen, Marder, Wildtauben, Vögel, Käuze, Fledermäuse, Insekten und eine ständig zunehmende Zahl an Rehen jeden Alters geraten vor die Kameralinse.

Corona-Pandemie: Wilde Tiere in der Großstadt

Im Laufe der Zeit konnten wir bei dem kleinen Racker das Wachstum seiner Hörnchen mitverfolgen. Neulich schickte er seine Eltern durch das Wäldchen auf die Terrasse. Wir durften zusehen, besser gesagt „mussten“, wie sie sich direkt am Haus ein Festmahl aus blühenden und grünenden Pflanzen gönnten, die wir dort eingesetzt hatten. Interessiert lugten die beiden in den Speisesaal und zeigten dabei keinerlei Wachsamkeit, die man in der Nähe von Menschen vermuten würde. Sie können doch nicht etwa wissen, dass niemand im Haus ist?

Ich las, wie in den pandemiebedingt leeren Großstadtstraßen überall auf der Welt nie zuvor dort gesichtete Tiere auftauchen. Als trauten sie sich instinktiv aus einer Gefangenschaft, in die man sie gedrängt hatte. Offenbar befreien sie sich aus einer Zwangsisolierung. Das menschliche Expansionsgebaren hatte ihnen kleiner werdende Habitate zugewiesen, in die sich zurückzogen. Jetzt erfreuen sie sich an unserem Rückzug.

Ausgangssperre für die Fauna

Die Fauna hatte dauerhaft Ausgangssperre. Bis letztes Jahr, als die Menschen sich in Quarantäne begaben. Ein Virus musste sie heimsuchen, damit sie Platz machten für die Verdrängten. Allmähliche Klimaerwärmung oder Artensterben waren bisher kaum zwingende Gründe für rasches Handeln. Es bedurfte der direkten Lebensgefährdung, um Maßnahmen zu ergreifen. Die Tierwelt bekam Ausgang.

Teilt die Natur uns mit, wie die Normalität, zu der wir aktuell wieder hindrängen, ihr Gleichgewicht stört? Machen wir uns in Kürze erneut ungehemmt breit? Der Rest irdischen Lebens geht im Dienste des materiellen Wohlergehens zurück in Isolationshaft oder wird weiter ausgerottet. Welcher Einwirkung bedarf es, damit wir aufwachen?

Der Autor ist Redakteur der Zeitschrift „Humane Wirtschaft“.

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