digitalisierung-schule__imago0105304704h.jpg
+
In Estland oder Dänemark gehören Computer, Laptops und Tablets bereits seit mehr als 15 Jahren zum Schulalltag. 

Digitalisierung

Bildung ist die Antwort!

  • vonKarl-Heinz Land
    schließen

Wir verspielen gerade die Zukunft unserer Kinder. Dabei wäre es so einfach: Man müsste nur auf Länder wie Estland oder Dänemark schauen.

Corona hat in fast allen Bereichen der Wirtschaft und der Gesellschaft wie ein Turbo-Beschleuniger der Digitalisierung gewirkt. Leider jedoch nicht in der Bildung, an Schulen, Universitäten und in unseren berufsbildenden Institutionen.

Man kann es kaum fassen – von den fünf Milliarden Euro für Schulen, die im Mai 2019 von der Bundesregierung im Digitalpakt beschlossen wurden, sind bis zum Stichtag 20. Juni 2020 gerade einmal 15,7 Millionen abgerufen. Es ist klar abzusehen, dass der Föderalismus, das „Egodenken“ der einzelnen Länder unseren Schülern dramatisch schaden.

Corona hatte ja nicht nur den Lockdown in der Wirtschaft zur Folge, die Pandemie führte auch zur Schließung von Schulen und Universitäten. Offenbar aber auch zum Denkstillstand in den Köpfen der Verantwortlichen in den Ministerien. In der Wirtschaft hatte der Lockdown einen Digitalisierungs-Schub ungeahnten Ausmaßes zur Folge. Davon ist in unserem Bildungssystem leider nichts angekommen. Digitale Bildungs-Konzepte tun gerade jetzt not! Gerade jetzt, wo bereits die Gefahr des nächsten Lockdowns droht.

Dabei wäre es so einfach: Man müsste nur auf Länder wie Estland oder Dänemark schauen. Hier gehören Computer, Laptops und Tablets bereits seit mehr als 15 Jahren zum Schulalltag. Wir denken gerade darüber nach, für 500 Millionen Euro Laptops für unsere Lehrkräfte anzuschaffen. Wie sollen denn Lehrende, die selber vollkommen ungeübt sind im Umgang mit dem Computer, ihren Schülern etwas davon erklären?

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Die Digitalisierung bietet riesige Chancen und dies sowohl beim „Remote-Lernen“, als auch mit Apps und Webapplikationen. Sie vereinen das Beste aus beiden Welten. Der Schüler kann individuell in seinem Tempo, mit Spaß, kleinen Erfolgen und direktem Feedback seinen Fortschritt kontinuierlich überprüfen und steigern.

An alle Bildungsverantwortlichen: Bitte machen Sie aus unseren Kindern keine Opfer eines Digital- und Bildungsnotstands, in der Zeit des Übergangs von der Industriegesellschaft in eine neue Wissens- und Informations-Gesellschaft. Gerade jetzt muss Bildung höchste Priorität besitzen. Die Antwort des Supercomputers Deep Thought auf alle Fragen lautete „42“. Jetzt heißt die Antwort auf alle Fragen unserer Gesellschaft „Bildung“.

Karl-Heinz Land ist Kenner der digitalen Transformation. Zuletzt erschien von ihm „Stillstand als Beschleuniger – Covid-19 als notwendige Schöpferische Zerstörung?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare