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Bewerbende wünschen sich grundsätzlich Wertschätzung, Transparenz und Geschwindigkeit bei den Abläufen. Und genau daran hapert es in vielen Unternehmen.
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Bewerbende wünschen sich grundsätzlich Wertschätzung, Transparenz und Geschwindigkeit bei den Abläufen. Und genau daran hapert es in vielen Unternehmen.

Arbeitskräftemangel

Bewerber wertschätzen

  • VonNicole Truchsess
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Viele Unternehmen suchen händeringend nach Arbeitskräften. Trotzdem bleiben viele Stellen lange unbesetzt. Das liegt auch an den Firmen selbst: Sie müssen ihr Recruiting verbessern. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Laut einer aktuellen Studie der Bundesagentur für Arbeit bleiben 52 Prozent aller offenen Stellen 90 Tage oder länger unbesetzt, in der Spitze sind es sogar 220 Tage. Somit sprechen wir nicht nur über einen reinen Fachkräftemangel in der IT, im Pflegekräftebereich oder bei Ingenieursstellen, sondern einen allgemeinen Arbeitskräftemangel. Das zeichnete sich bereits vor der Coronapandemie ab. Soweit die Statistik.

In der Praxis zeigen jedoch Mystery Shoppings, also die Durchführung von Testbewerbungen, im Rekrutierungsbereich klar auf, dass es einen Optimierungsbedarf im Bewerbungsmanagementprozess bei den Unternehmen gibt. Eine von Stepstone veranlasste Studie im Herbst 2020 unterstützt diese Resultate. Woran scheitern also die Stellenbesetzungen in Deutschland - ganz unabhängig vom viel diskutierten Fachkräftemangel?

Bewerbende wünschen sich grundsätzlich Wertschätzung, Transparenz und Geschwindigkeit bei den Abläufen. 58,3 Prozent der Testpersonen gaben an, dass sie Ghosting, also das Nichtmelden von Unternehmen auf Bewerbungen, erlebt haben. Besonders wichtig zu erwähnen ist dabei, dass es sich um ausgeschriebene Stellen und um keine Initiativbewerbungen handelte. In vielen Fällen zogen sich auch die Entscheidungsprozesse über einen mehrmonatigen Zeitraum hin und eine Information über den aktuellen Bewerbungsstand erfolgte durchgehend nicht. Wenn sich Testbewerber vorab telefonisch zu den Stellen erkundigen wollten, wurden sie sehr schnell gebeten, ihre Unterlagen zu schicken. Die Telefonate hatten eine Dauer zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten – Wertschätzung sieht und fühlt sich anders an.

Bei Nachfrage bei den Verantwortlichen gab es dann ehrliches Feedback zu diesen Situationen. Zum einen herrschte die Meinung vor, dass „gute Fachkräfte nicht anrufen, sondern immer ihre Unterlagen schriftlich einreichen“. Entsprechend behandele man unbewusst telefonische Anfragen. Zum anderen signalisierten die Recruiter, dass sie sich in Bewerbungsgesprächen mit Unterlagen wohler fühlten und Anrufe im Tagesgeschäft als störend empfinden. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade die Fachabteilungen sich der Situation auf dem Arbeitnehmermarkt offenbar noch nicht bewusst sind und daher nicht bewerberzentriert denken und handeln. Zeit, umzudenken!

Die Autorin ist Unternehmerin, Personalexpertin und schreibt Bücher. Zuletzt erschien von ihr „Mehr Bewerber!“.

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