Zwischenziele sind entscheidend. Wie auch kleine Schritte, die man gehen muss, um an sein großes Ziel zu kommen.
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Zwischenziele sind entscheidend. Wie auch kleine Schritte, die man gehen muss, um an sein großes Ziel zu kommen.

Zielerreichung

Zielsicher ins Ungewisse

  • Nicole Truchseß
    vonNicole Truchseß
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Auch in der Krise sollte man Ambitionen haben. Nur zu erwarten, dass der Erfolgsweg linear und ohne Rückschläge verläuft, wäre naiv.

Die Frage „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ gehört zu den Klassikern in einem Bewerbungsgespräch. Ich bin mir sicher, dass alle, die in 2015 ihre Prognose für das Jahr 2020 abgegeben hatten, falsch lagen. Hochzeiten, Geburtstage, Reisen, Abschlüsse, Fortbildungen und weitere lang ersehnte Träume platzten wie die Seifenblasen im Wind in den letzten Monaten.

Hoffen, Bangen und die Ungewissheit, wie es weitergeht prägen unseren Alltag - beruflich und privat. Mit Turbogeschwindigkeit wurden wir in die digitale neue Normalität geschossen. Es zog alles so schnell an einem vorbei, dass man Mühe hatte, Schritt zu halten und sich keiner mehr die Frage zu stellen wagte: „Wo sehe ich mich eigentlich in fünf Jahren?“ Und abgesehen davon, können wir in unserer fragilen Welt überhaupt noch Ziele für einen so langen Zeitraum festsetzen?

Eine Zielerreichung hängt, gerade im Business, von vielen Faktoren ab. Von den involvierten Personen, dem aktuellen Entwicklungsstand, der Unternehmenskultur und der entsprechenden Führung. Sehr viele Unbekannte, auf die wir manchmal nur bedingt Einfluss haben. Nur was passiert, wenn wir uns keine Ziele stecken?

Wer keine hat, verfällt leicht in einen Zustand der Stagnation und da sich die Umwelt stetig weiterentwickelt, fällt man selber automatisch zurück. Als Person und als Unternehmen.

Folglich kann man sein gesetztes Ziel in fünf Jahren durchaus erreichen. Nur zu erwarten, dass der Erfolgsweg linear und ohne Rückschläge verläuft, wäre naiv. Zwischenziele sind daher entscheidend. Wie auch kleine Schritte, die man gehen muss, um an sein großes Ziel zu kommen. Und genau diese Zwischenetappen kann man flexibel und agil entsprechend den Lebensüberraschungen anpassen.

Konkret heißt das aktuell, langsamer zu agieren und nicht zu versuchen, die scheinbar drei verloren gegangenen Monate im galaktischen Sauseschritt aufzuholen. Das Ziel fest im Blick, das Steuer in der Hand und mit Freude Umleitungen fahren. Vielleicht müssen wir auch bei der nächsten Möglichkeit wenden, um uns dann dabei die entscheidende Frage zu stellen: „Wenn ich das Ziel erreicht habe, was wird dadurch möglich?“

Die Autorin ist Unternehmerin, Personalexpertin und Buchautorin. Zuletzt erschien von ihr: „Glaubenssätzen auf der Spur – Wie Sie Ihr Leben selbst steuern, statt Hirngespenstern zu folgen.“

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