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Kaufverhalten und Lebensstile werden sich ändern, wenn Klimaschutz auch finanziell belohnt wird.

Klimaschutz

Belohnt den Umweltschutz!

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Die CO2-Abgabe sollte an die Bevölkerung zurückfließen. Das macht Klimaschutz für alle attraktiv und zugleich sozial gerecht, argumentiert Expertin Beate Bockting.

Fridays for Future gelingt, woran andere scheitern: Die Jugendlichen denken Ökologie und Gerechtigkeit zusammen. Sie fordern Klimagerechtigkeit. Gemeint ist, dass ein „Weiter so“ zu Lasten künftiger Generationen oder ärmerer Regionen nicht toleriert werden darf. Sie fordern daher effektivere Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Diese sollten jedoch auch sozial verträglich gestaltet werden und dürfen nicht einseitig zu Lasten von Menschen mit geringem Einkommen gehen.

Um die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzen zu können, müssen die Treibhausgas-Emissionen schneller als bisher reduziert werden. Das erreichen wir, indem wir sie verteuern. Darum ist aktuell wieder eine CO2-Abgabe im Gespräch. Die Abgabe zahlen die Firmen. Diese geben die Kosten jedoch an die Kunden weiter, wodurch klimaschädliche Produkte sich verteuern.

Beate Bockting.

Wie können wir das System sozial verträglich gestalten? Indem wir die Einnahmen vollständig pro Kopf an die Bevölkerung zurück verteilen – jeder erhält gleich viel! Wenn man unterdurchschnittlich viel CO2-Ausstoß verursacht, bekommt man mehr zurück, als man bezahlt. Das macht Klimaschutz für alle attraktiv und zugleich sozial gerecht. Anders als bei einer CO2-Steuer ohne Rückverteilung, wird in diesem System niemand das Gefühl haben, zu viel zu geben oder zu wenig zu bekommen.

Gastwirtschaft

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Beate Bockting, stellvertretende Vorsitzende der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung.

Die Pro-Kopf-Rückverteilung setzt persönliche Anreize zum Klimaschutz, denn Klimaschutz wird endlich belohnt. Kaufverhalten und Lebensstile werden sich rasch ändern. Unternehmen müssen auf das veränderte Kundenverhalten reagieren. Umweltschädliche Energieerzeugung, etwa aus Erdöl, wird teurer und verschwindet. Erneuerbare Energien werden gefördert. Klimaschutz ist damit keine Frage mehr des individuellen Verzichts, sondern der ökonomischen Effizienz.

Ein Rechenbeispiel: Mit 115 Euro Kosten pro Tonne CO2 (wie in Schweden) ergeben sich bei Emissionen in Höhe von etwa 900 Millionen Tonnen derzeit Einnahmen von rund 100 Milliarden Euro im Jahr. Jeder Bundesbürger erhält 100 Euro im Monat, eine vierköpfige Familie also 400 Euro. Der Preis pro Tonne steigt langfristig mit sinkendem Verbrauch.

Die Pro-Kopf-Rückverteilung ist die Lösung für den Umweltschutz überhaupt. Sie lässt sich auf viele schützenswerte Ressourcen übertragen. Umweltschutz gehört endlich belohnt!

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