Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wem soll ich mein Geld geben?
+
Wem soll ich mein Geld geben?

Finanzmarkt

Banken und billige Rendite

  • Mechthild Schrooten
    VonMechthild Schrooten
    schließen

Die Geldhäuser bitten zur Kasse: Die Kundinnen und Kunden sollen zahlen, weil die Banken die Modernisierung verschlafen haben. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Was ist eigentlich los mit den Banken? Kaum aus der Corona-Krise aufgetaucht, verschärfen sie die Konditionen für Kontoführung und Einlagen. Wie kann das sein, dass die Institute, die vor kurzen noch um Rettung baten, jetzt die Retter:innen zur Kasse bitten?

Ja, das ist Finanzmarktkapitalismus. Da werden die Fakten von gestern schnell vergessen. Vielmehr geht es um billige Rendite im Hier und Jetzt. Bei den aktuellen Tarifverhandlungen bekommen die Beschäftigten und die Gewerkschaft interessante Narrative aufgetischt. Tatsächlich hat sich der deutsche Bankensektor nach 2008 in einen technologischen Schlummerschlaf begeben. Modernisierung? Eher nicht. Es ist ein Irrtum, wenn Stabilität mit Stagnation gleichgesetzt wird. Die Welt ist dynamisch, Zukunft muss aktiv gestaltet werden.

Seit Jahren wird behauptet, die niedrigen Zinsen zwingen die Banken in die Knie. Bitte mal nachdenken. Würde Ihr Discounter Ihnen glaubhaft versichern können, dass die niedrigen Einkaufpreise und die besonders günstigen Konditionen bei der Refinanzierung zu höheren Kosten führen – und diese natürlich auf die Preise aufgeschlagen werden müssen? Ich nehme an: nein. Die Banken aber nutzen hier dieses Narrativ – und zwar weitgehend unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder privaten Institute.

Oder nehmen wir die Idee der Negativzinsen auf Einlagen. Ja, tatsächlich müssen Geschäftsbanken Negativzinsen auf Einlagen bei der Zentralbank zahlen – allerdings nur, wenn diese Einlagen den großzügig eingeräumten Freibetrag überschreiten. Dieser Freibetrag liegt beim Sechsfachen der Mindestreserve, die Banken bei der Zentralbank ohnehin halten müssen. Was wird uns da eigentlich erzählt? Hier wird offenbar auf die mangelhafte schulische Bildung im extrem wichtigen Bereich „Finanzen und Wirtschaft“ gesetzt. Und diese Bildungslücke wird erbarmungslos ausgespielt.

Nun gut, den Geschäftsbanken geht es um Rendite – und dies natürlich auch unabhängig von der Zugehörigkeit zur Gruppe der Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder privaten Institute. Wenn es ein Renditeproblem im internationalen Vergleich gibt, dann doch eher, weil hier ein überaltertes Geschäftsmodell gefahren wird. Langfristig wird „Storytelling“ hier nicht helfen – auch das ist übrigens Finanzmarktkapitalismus.

Die Autorin ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bremen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare