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Lebenslanges Lernen

Ausverkauf der Bildung

  • vonNicole Truchsess
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Wie entwickelt sich langfristig unsere Gesellschaft, wenn Bildung den Unternehmen und den Menschen nichts mehr Wert ist?

Nicht erst seit vergangenem Jahr befindet sich unsere Gesellschaft in einem tiefgreifenden Changeprozess: der Transformation der Wissenswertschöpfung. Veränderte Arbeitsprozesse, die zunehmende Digitalisierung, das Verschmelzen von Berufs- und Privatleben erfordern ein ausgeprägtes Maß an Wissen, Kreativität, Empathie, ganzheitliches Denken und eine Problemlösungskompetenz. Nicht alle Mitarbeitenden verfügen über diese Skills. Denn zwei Punkte sind entscheidend, für diese Veränderung auch bereit zu sein: Neugierde und lebenslanges Lernen.

Das führt zu einem Paradigmenwechsel mit Auswirkungen auf das gesamte Bildungssystem und individuelle Qualifikationswege. Wissen - im Sinne von Verstehen und einem hohen Grad an Umsetzungsvermögen - ist die Schlüsselressource für Fortschritt. Die Wettbewerbsfähigkeit und die Agilität von Firmen und ganzer Volkswirtschaften sind immer stärker vom Humankapital abhängig und der daran gekoppelten Innovationsgeschwindigkeit.

Wer also glaubt, ein Bildungsabschluss wird künftig ausreichend sein, um im Berufsleben auf Dauer zu bestehen, der irrt. Bei jedem dritten Unternehmen werden in den nächsten fünf Jahren bis zu 40 Prozent der Stellenprofile neu geschrieben werden. Eine stetige Aus- und Weiterbildung wird zum selbstverständlichen Investment der Persönlichkeitsentwicklung. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Human-Ressource-Strategien der Unternehmen und die Lebensplanung der Menschen.

Jetzt müsste man nach diesen Ausführungen davon ausgehen, dass Trainer und Coaches auch in ihrem Wert hoch im Kurs stehen. Weit gefehlt. Denn die scheinbar verstärkte Nachfrage ruft leider einen klaren und vor allem gegenläufigen Trend hervor: den Ausverkauf der Bildung.

Das Jahr 2020 hat diese Entwicklung noch befeuert. Zum einen durch sogenannte Expert:innen, die den Mangel an Fachexpertise durch brillantes Marketing wettmachen und den vielen kostenlosen Angeboten, die den Bildungsmarkt derzeit fluten. Zum anderen wird einem digitalen Format ein geringerer Wert beigemessen und viele Anbieter fügen sich dem aktuellen Preisverfall.

Wie entwickelt sich langfristig unsere Gesellschaft, wenn Bildung den Unternehmen und den Einzelpersonen nichts mehr Wert ist? Oder anders gefragt: Was passiert, wenn kostenloser (Marketing-) Content mit echter Bildung verwechselt wird?

Die Autorin ist Unternehmerin,

Personalexpertin und Buchautorin.

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