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Arbeiten nach Corona: Der Weg der Mitte

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Von: Marcel Schütz

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Homeoffice auch nach Corona? Unternehmen sollten darüber nachdenken.
Homeoffice auch nach Corona? Unternehmen sollten darüber nachdenken. © Stuart Kinlough/imago

Nach der Pandemie sollten Unternehmen darüber nachdenken, wie sie analoges und digitales Arbeiten und Kommunizieren kombinieren können. Die Kolumne Gastwirtschaft.

Die pandemische Lage hat in den Unternehmen viele Ideen freigesetzt, mit technischen Mitteln online in Kontakt zu bleiben und eine Vielzahl an Absprachen und Meetings zu bewerkstelligen. Nachdem nun viele wieder in die Büros zurückkehren, stellt sich die Frage, was von dieser gewachsenen „Online-Kultur“ des Sprechens und Arbeitens bleiben wird?

Ein erster Gedanke könnte sein, den Kommunikationsablauf fast komplett wieder in die analoge Form zu wechseln. Ein zweiter könnte allerdings zur Überlegung führen, wie sich die guten Online-Erfahrungen sinnvoll dauerhaft einbinden lassen. Einen Ansatz bietet das Konzept „Blended Communication“: Die Online-Kanäle werden nicht wieder zur Ausnahme, sondern angemessen mit den analogen Wegen gekoppelt. Heißt konkret: Für bestimmte, besonders interaktionsreiche Veranstaltungen wird die persönliche Begegnung an einem Ort bevorzugt, für andere Termine gibt es die Option, analog oder digital eingebunden zu werden. Es gibt meist ein gutes Empfinden dafür, welche Dinge unbedingt von Auge zu Auge zu klären sind, zum Beispiel Konfliktgespräche.

Für die Unternehmenskultur ist es wichtig, beide Welten nicht als Kontrast, sondern im funktionalen Zusammenhang zu begreifen. Die Sache hat viel mit Erwartungsmanagement zu tun: Gibt es schon genügend Bereitschaft und Vertrauen, sich von dauerhafter Anwesenheit zu lösen? Umfragen zeigen, dass viele Beschäftigte eine vermehrte Tätigkeit von zu Hause wünschen, aber auch auf klare Absprachen Wert legen. Es ist zwar anzunehmen, dass (primär in administrativen und kreativen Bereichen) der Anteil des Homeoffice weiter steigt; jedoch nicht unbedingt pauschal und nicht ohne ein gutes Übereinkommen zwischen Unternehmen und Beschäftigten beziehungsweise zwischen dem Personalmanagement und den Betriebs- und Personalräten.

Für Firmen ist es ratsam, mit den Beschäftigten die Art und Weise der Kommunikation im Betrieb für die Zeit nach der Corona-Krise zu klären. Viele Mitarbeiter:innen schätzen „Lösungen in der Mitte“, die sowohl das wirtschaftliche Interesse des Arbeitgebers, als auch den Wunsch nach mehr Flexibilität der Beschäftigten berücksichtigen. Hier lässt sich ansetzen.

Der Autor ist Research Fellow im Fach Betriebswirtschaft an der Northern Business School Hamburg. Daneben lehrt er Soziologie an der Universität Bielefeld.

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