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Arbeit im Homeoffice endlich auf dem Vormarsch

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Von: Teresa Hertwig

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Unterbrechungen bei der Arbeit lassen sich vermeiden – auch im Homeoffice. Schaffen Sie Zeit für Ihre Kernaufgaben. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Wer kennt nicht das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Seit Homeoffice während der Corona-Pandemie salonfähig wurde, stieg der Druck auf Mitarbeitende zunächst. Das Vertrauen ihrer Führungskräfte fehlte. So schlich sich der Burnout-Faktor und Effizienzkiller Nummer eins in unser tägliches Arbeitsleben. Zum Glück haben Unternehmen inzwischen Arbeitsprozesse und Kommunikationskanäle auf den Prüfstand gestellt – wenn auch häufig erzwungenermaßen, da das mobile Arbeiten wie ein Brennglas wirkt. Fakt ist, wer nicht gerade im Kundenservice arbeitet, muss nicht permanent verfügbar sein.

Asynchrones Arbeiten ist endlich auf dem Vormarsch. Es arbeitet sich nämlich deutlich effektiver ohne ständige Unterbrechungen oder die Verpflichtung, immer gleich auf jede Anfrage reagieren zu müssen. Schließlich brauchen Führungskräfte Zeit für ihre Kernaufgaben und Mitarbeitende ungestörte Fokusphasen. Jede Sofortreaktion oder auch nur der Impuls auf eine Chatnachricht antworten zu müssen, stört die Konzentration. Nach jeder Unterbrechung brauchen wir eine Weile, um sie wiederzufinden.

Eine Frau surft im Internet
Mails, Anrufe, Chatnachrichten: Auch im Homeoffice ist der Druck groß. © Daniel Naupold/dpa

Arbeit im Homeoffice – Kommunikationsvereinbarungen und Transparenz

Wir sollten die eigene Zeit und die der anderen wertschätzen und entsprechend agieren. Hand aufs Herz: Meistens brauchen wir auch auf unsere Fragen nicht sofort eine Antwort. Deshalb ist für Unternehmen eine Kommunikationsvereinbarung essenziell. Dann wissen alle, wie schnell sie worauf reagieren müssen. Jeder sollte die Zeiten und Freiräume für eine Fokusphase kennen, in der er oder sie Benachrichtigungen stummschalten kann.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, nutzt Automatisierungen. Arbeitsprozesse, Reportings, Mitarbeiterumfragen und Feedbacks lassen sich ebenso automatisieren wie Teile des sozialen Austauschs. Bots fragen beispielsweise morgens ab, was jeder gerade macht, was gestern erledigt wurde und wo es hakt. Jedes Teammitglied kann diese Fragen asynchron im Laufe des Vormittags zu der Zeit beantworten, die für ihn oder sie passt. Das schafft Transparenz, die im Büro durch Gespräche, den Flurfunk oder den kurzen Austausch über den Schreibtisch hinweg entsteht – nur wesentlich strukturierter und ohne dass man von den Kollegen ständig virtuell auf die Schulter getippt wird, weil sie etwas brauchen. Denn das war schon in Nur-Büro-Zeiten ineffizient. (Teresa Hertwig)

Allerdings ist die Arbeit im Homeoffice nicht die Lösung für alles und jeden. Denn ein Büro ist zugleich ein sozialer Treffpunkt. Das gemeinsame Arbeiten vor Ort ist ein wichtiger Teil im Leben vieler Menschen. Der Betrieb ist für sie keineswegs nur Arbeitsort, sondern auch ein Ort der Begegnung, des Austausches, der Zusammenarbeit und der Kollegialität. (Teresa Hertwig)

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