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Anpassen als Superpower

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Von: Carl Naughton

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Eine Frau arbeitet im Homeoffice. Arbeitgeber suchen zunehmend anpassungsfähige Mitarbeiter:innen.
Eine Frau arbeitet im Homeoffice. Arbeitgeber suchen zunehmend anpassungsfähige Mitarbeiter:innen. © Sebastian Gollnow/dpa

Wie man in jeder Krise handlungsfähig bleibt. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Durch den andauernden Krisenmodus suchen Arbeitgeber zunehmend Bewerberinnen und Bewerber, die mit vielfältigen und wechselnden Umständen zurechtkommen. Eigenen Studien zufolge sind vor allem Menschen mit hoher Anpassungsfähigkeit offener für Veränderungen. Sie lassen sich schneller auf neue Technologien ein und bleiben in unsicheren oder ungewissen Situationen handlungsfähig. Anpassungsfähigkeit wird so zur gefragten Meta-Kompetenz und damit steht auch gleich die große Frage im Raum: Können – und wenn ja wie – Menschen ihre Anpassungsfähigkeit erhöhen?

Jeder kann seinen Anpassungsquotienten (AQ) erhöhen. Dafür muss der Einzelne erkennen, dass sich die Situation verändert und das eine Reaktion erfordert. Empfindet ein Mitarbeiter sein Arbeitsumfeld als vertraut und stabil, wird er wenig Bedarf zur Adaption verspüren. Das Resultat: Veränderungsträgheit, die wir nur aushebeln, wenn wir unser Situationsbewusstsein trainieren – indem wir Veränderungen in der Umgebung erkennen, bestimmen, was neu ist, und definieren, was zu lernen ist.

Für eine andauernde Handlungsfähigkeit in Krisensituationen brauchen wir kognitive Flexibilität und konzentrierte Aufmerksamkeit, also die Fähigkeit, neue Ideen und Lösungen in Betracht zu ziehen, die Wahrnehmung von Situationen und Modellen zu verändern und über etwas anders zu denken als zuvor. Außerdem die gezielte Balance aus Konzentrieren und Ignorieren.

In die Stärkung der Anpassungsfähigkeit der Angestellten zu investieren lohnt sich immer. Denn sie ist nicht nur die Voraussetzung für Krisenresilienz, sondern für jedes Vorhaben, das viel Ungewissheit mit sich bringt – von der Fusion bis zur Einführung einer neuen Ausrüstung. Hochadaptive Mitarbeitende tragen zur erfolgreichen Umsetzung der Veränderungen bei.

Denn der AQ beinhaltet selbstinitiiertes, vorausschauendes Handeln, das darauf abzielt, entweder sich oder die Situation zu verändern. Dieser Bereich wird trainiert, wenn Menschen Verantwortung übernehmen – für die Verbesserung von Arbeitsmethoden, für proaktive Problemlösung oder dem Abschluss von i-Deals, also idiosynkratischen Vereinbarungen, die für jede betroffene Partei ideal sind.

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