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Donald Trump hat gezeigt: Er ist ein schlechter Verlierer.
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Donald Trump hat gezeigt: Er ist ein schlechter Verlierer.

Gastwirtschaft

Aller Abgang ist schwer

  • Hilke Brockmann
    vonHilke Brockmann
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Wir brauchen eine Kultur des guten Verlierens. Die Gastwirtschaft.

Ein Abgang von der großen Bühne, aus Amt und Würden ist nie einfach. Politische Führer tun sich besonders schwer. Donald Trump ist ein schlechter Verlierer. Der weißrussische Alexander Lukashenko manipuliert gleich den Wahlausgang. Und Vladimir Putin und Xi Jinping haben das Ende ihrer Regentschaft sogar bis zum Sankt Nimmerleinstag hinausgeschoben. Parallelen lassen sich auch in der Wirtschaft finden. Die Leute kleben am Stuhl. Im mittleren und höheren Management ist eine Nachfolge immer teuer erkauft.

Aber genau dieses starrsinnige Festhalten an einflussreichen Positionen ist ein Problem für die Demokratie und den Wettbewerb. Ohne Wechsel und Wandel verkrusten Strukturen, wachsen sich zu dynastischen, feudalen, gar mafiösen Netzwerken aus und verschleudern wertvolle Ressourcen. Die steigende Ungleichheit in Deutschland und anderen Ländern ist ein Beleg dafür.

Deshalb brauchen wir eine neue Kultur des guten Verlierens, des selbstbewussten Scheiterns und rechtzeitigen Aufhörens. Zweifellos ist Scheitern unangenehm und alternative Fakten können den Betroffenen den klaren Ver- und Anstand vernebeln. Gleichzeitig ist der Preis, den Gesellschaften für die verschleppten Abgänge in Politik und Wirtschaft zahlen, zu hoch. Deshalb kann man es nicht dem einzelnen überlassen, zu entscheiden, wann es soweit ist.

Vielmehr sollten kulturelle und normative Regelungen greifen, die auf empirischen Fakten basieren. Wir wissen alle, dass unternehmerischer und politischer Erfolg das Resultat von persönlichen Fähigkeiten, günstigen Rahmenbedingungen und einer Reihe von Zufällen ist. Die Stilisierung von Führungspersönlichkeiten als besondere Spezies muss sich deshalb im Rahmen halten. Gleiches gilt auch für deren Machtfülle. Dann ist der Fall nach dem Abgang nicht so schmerzhaft und tief wie bei Trump oder Winterkorn.

Eine neue Kultur sollte auch Anreize und Ansehen für die Zeit danach schaffen. Gerade die datengestützte Forschung zeigt, dass Menschen ihr Glück aus vielen Quellen schöpfen. Prioritäten lassen sich verschieben. Neben Geld und Beruf, sind sinnvolle Tätigkeiten, körperliche Fitness, Freizeit und gute Freunde zentrale Zutaten für ein nachhaltig glückliches Leben. Ich freue mich auf die Zeit nach Trump und Merkel!

Hilke Brockmann ist Soziologin. Sie arbeitet an der Jacobs University in Bremen.

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