Gaspreise sinken im ersten Halbjahr 2020 deutlich.
+
Gaspreise sinken im ersten Halbjahr 2020 deutlich.

Strom- und Gaspreise

Gaspreise sinken stark

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
    schließen

Die Gaspreise sind im ersten Halbjahr 2020 deutlich gesunken. Stromkosten steigen dagegen teils sehr deutlich an.

Eine gute und eine schlechte Nachricht für die Verbraucher: Während die Gaspreise im ersten Halbjahr merklich gesunken sind, hat es bei der Grundversorgung mit Strom teils deutliche Aufschläge gegeben. Das geht aus einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Gas verbilligte sich demnach in den sechs Monaten um durchschnittlich 5,8 Prozent.

Beim Strom gab es eine geteilte Entwicklung. Die Preise für elektrische Energie sind insgesamt zwar leicht gesunken: Kosteten 4000 Kilowattstunden im Januar noch 1200 Euro, so sind es im Juni 1194 Euro – das entspricht einem Minus von 0,5 Prozent. Abweichend davon ist aber Strom aus der Grundversorgung mit 1346 Euro aktuell 3,5 Prozent teurer als zu Beginn des Jahres, damals waren es noch 1300 Euro.

695 Anbieter haben die Preise erhöht, bei nur zwei gab es Senkungen. „Verbraucher, die den Anbieter nicht wechseln wollen oder können, müssen nicht nur höhere Strompreise bezahlen, sondern auch höhere Steigerungsraten hinnehmen“, sagte der Verivox-Energieexperte Valerian Vogel dem RND. Selbst die für das zweite Halbjahr geplante Senkung der Mehrwertsteuer könne diese Mehrbelastung nicht ausgleichen.

Die Grundversorgungstarife sind die Standardkonditionen, die örtliche Stromanbieter allen Haushalten in ihrer Region offerieren müssen. Die Unternehmen begründen die höheren Preise damit, dass es auch hohe Risiken gebe. So gilt eine zweiwöchige Kündigungsfrist, die eine andere Beschaffungsstrategie als bei den sogenannten Sonderverträgen verlange, die in der Regel für ein oder zwei Jahre abgeschlossen werden. Auch der Betreuungsbedarf bei Kunden in der Grundversorgung soll weitaus höher sein, da unter anderem das Mahnwesen häufiger aktiv werden muss.

Beim Gas hat es einen raschen Preisrutsch gegeben – Vergleichbares wurde zuletzt 2009 registriert. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden musste im Januar noch im Schnitt 1206 Euro zahlen. Im Juni werden für die gleiche Menge 1136 Euro fällig. Die zuletzt stetig gestiegenen Gaspreise seien auf das Niveau von vor 18 Monaten zurückgefallen, so Vogel. Allerdings stünden die nächsten Erhöhungen schon vor der Tür. Die CO2-Bepreisung, die 2021 starten und dann stetig steigen soll, wird den Druck auf die Tarife erhöhen. Ein Durchschnittshaushalt muss dann im Jahr 2025 rechnerisch eine Mehrbelastung von 238 Euro schultern, sofern die Abgaben für die Kohlendioxid-Emissionen komplett an die Verbraucher weitergegeben werden.

Auch beim Gas gab es in der Grundversorgung laut Verivox einen Aufschlag, allerdings nur um durchschnittlich 0,3 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare