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Gaskrise in Deutschland: Verbände warnen vor Heizlüftern

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Im Zuge der Energiekrise werden verschiedenste Alternativen zum Heizen mit Gas diskutiert. Heizlüfter sollten keine sein, so die Technik-Verbände VDE und DVWG.

Berlin – Die Gaskrise in Deutschland belastet Haushalte massiv, die Gaspreise explodieren. Verbraucherinnen und Verbraucher blicken sorgenvoll den bevorstehenden Nachzahlungen an Anbieter entgegen – und hoffen derweil auf weitere Entlastungen durch die Ampelkoalition unter Olaf Scholz (SPD). Bei der Suche nach Auswegen aus der Preisspirale gibt es verschiedene Optionen, die aktuell diskutiert werden. Immer wieder kommen in diesem Zuge auch Heizlüfter zur Sprache. Geht es nach den Technik-Verbänden VDE und DVWG, sollten diese allerdings keine Rolle spielen – sie könnten das Stromnetz kollabieren lassen.

Gaskrise in Deutschland: Verbände warnen – Heizlüfter kaufen eine schlechte Idee

Im Zuge der Gaskrise in Deutschland stellt sich immer wieder die Frage nach möglichst günstigen Alternativen zur Gasheizung. In Anbetracht drohender Preisschocks werden dabei alle Optionen durchgespielt – vor einer von ihnen warnen die Technik-Verbände VDE und DVWG nun explizit: Heizlüfter. Die Warnung vor der Verwendung vor mobilen elektrischen Direktheizgeräten, wie Heizlüftern, Radiatoren und Heizstrahlern gilt unabhängig der Frage, wie ökonomisch sinnvoll deren Verwendung für Verbraucher selbst ist. Die Verbände befürchten Überlastungen der Stromnetze. Heizlüfter kaufen, ist ihrer Einschätzung nach eine schlechte Idee, wie kreiszeitung.de berichtet.

In der Gaskrise steigt die Nachfrage nach Heizlüftern
Die Angst vor Gas-Engpässen im kommenden Winter sorgt mitten im Sommer für einen Nachfrageboom bei Heizlüftern. Verbände warnen nun dezidiert vor deren Verwendung. © Felix Hörhager/dpa

Martin Kleimaier, vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) erklärte laut dpa, die Stromversorgung in Deutschland sei für eine gleichzeitige Zusatzbelastung dieser Art nicht ausgelegt. Er gab zudem zu Bedenken, an sehr kalten Tagen im Winter könne die derzeitige Kapazität von Kraftwerken, unter bestimmten Bedingungen, für die Zusatzlast nicht ausreichen. Frank Gröschl vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVWG) sagte in diesem Kontext: „Die Gasheizung kann in jedem Fall weiterbetrieben werden.“ Er empfahl bereits im Sommer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung von Gasheizungen zu ergreifen.

Gaskrise in Deutschland 2022: Verbraucher suchen nach Alternativen zur Gasheizung – Wärmepumpen hoch gehandelt

Das eigentlich geplante Verbot von Gasheizungen 2024 wurde erst kürzlich von der Ampel gekippt. Doch auch wenn das Gasheizungsverbot 2024 nicht kommt, suchen Verbraucherinnen und Verbraucher nach alternativen Heizformen – alleine aus Kostengründen. Grundsätzlich befindet sich die Gasheizung weiter auf dem absteigenden Ast, nicht erst seit der Gaskrise in Deutschland 2022. Das Problem: Fast alle Alternativen haben irgendeinen Haken. Besonders Wärmepumpen stehen aktuell als vielversprechende, perspektivische Alternative zur Debatte. Das Problem: Auch ihr Einbau ist kostenintensiv. Dennoch gibt es einiges, was für den Einbau einer Wärmepumpe spricht – sofern man sich diese in Anbetracht der hohen Kosten leisten kann.

Vorteilhaft ist, dass Wärmepumpen ohne fossile Brennstoffe arbeiten. Sie ziehen bereits vorhandene Wärme aus Boden, Grundwasser und Luft. Die Wärme aus der Umwelt geht dann auf ein Kältemittel über, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Mittels eines Verdichters wird dann die Temperatur des Dampfes erhöht. Auf diese Weise lässt sich Wärme auf das Heizsystem übertragen. Ein Nachteil ist, dass der Antrieb in Teilen über Strom geschieht – der bisweilen auch teuer sein kann. In der Bundesregierung setzt man dennoch große Hoffnung in die Technologie: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wollte ab 2024 eigentlich jährlich 500.000 dieser Systeme einbauen – von denen es bisher rund eine Million gibt.

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