1. Startseite
  2. Wirtschaft

Gaskrise: Linken-Politiker fordert Aufhebung der Sanktionen gegen Russland

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Moritz Serif

Kommentare

Deutschland ist immer noch sehr abhängig von russischem Gas (Symbolbild).
Deutschland ist immer noch sehr abhängig von russischem Gas (Symbolbild). © IMAGO/IlluPics

Die Bundesregierung solle Sanktionen aufheben. Auch über eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 müsse nachgedacht werden, meint ein Linken-Politiker.

Berlin - Wegen der Gaskrise fordert die Linke eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Außerdem sollten Gespräche über eine Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 geführt werden. „Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, die Energieversorgung sicherzustellen“, sagte der Linken-Wirtschaftsexperte Klaus Ernst der „Rheinischen Post“.

„Dazu muss man, trotz des völkerrechtswidrigen Krieges, mit Russland reden. Gegebenenfalls auch darüber, Nord Stream 2 befristet in Betrieb zu nehmen, wenn die Gasversorgung nicht anders zu gewährleisten ist“, fügte er hinzu. Die energiepolitische Sanktionen gegen Russland seien wirkungslos.

Gaskrise: Linken-Politiker kritisiert „völlig verfehlte Sanktionspolitik“ gegen Russland

Nord Stream 2 sollte russisches Gas unter der Ostsee nach Deutschland bringen. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Bundesregierung das Zulassungsverfahren für das Pipeline-Projekt gestoppt. Das Land setze den Krieg unvermindert fort und verdiene weiterhin gut an seinen Rohstoffen. „Unsere Bürger und unsere Wirtschaft sind die Leidtragenden einer völlig verfehlten Sanktionspolitik“, sagte Ernst.

„Vor diesem Hintergrund ist es unmoralisch, die Sanktionen in dieser Art und Weise aufrechtzuerhalten.“ Eine Unterbrechung der Gasversorgung könne zudem „das industrielle Rückgrat“ Deutschlands irreparabel beschädigen. Die Bundesregierung unterschätze die Gefahr, sagte Ernst.

Gaskrise: „Rationierung von Gas verhindern“

„Es kommt jetzt nicht darauf an, der Bevölkerung das Runterdrehen der Heizung zu empfehlen oder Schwimmbäder nicht zu heizen.“ Entscheidend sei es, „die Rationierung von Gas für die Industrie zu verhindern und die Versorgung von Haushalten und Unternehmen für die kommenden Monate sicherzustellen“.

Die Forderung von Klaus Ernst sorgt für Diskussionen. Luigi Pantisano, ebenfalls Linken-Politiker, schreibt bei Twitter, dass Ernst nicht die Position der Partei vertreten würde. Die Linke fordere keine Wiederaufnahme von Nord Stream 2 und auch keine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. (mse/afp)

Auch interessant

Kommentare