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Gas-Umlage: Hunderte Euro Mehrkosten für Privathaushalte

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Von: Constantin Hoppe

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Die Bundesregierung hat sich auf die Gas-Umlage geeinigt. Damit sollen Gas-Versorger vor der Insolvenz bewahrt werden - auf Kosten der Verbrauchenden.

Frankfurt – Auf Erdgas-Kundinnen und Kunden kommt die nächste Preiswelle zu. Die Bundesregierung hat sich auf die angekündigte Gas-Umlage geeinigt. Diese wird die Gaspreise noch einmal in die Höhe schießen lassen. So sollen Gas-Importeure, angesichts der durch den Ukraine-Krieg gedrosselten Gas-Lieferungen aus Russland, vor der Insolvenz gerettet werden.

Die Umlage sei „kein leichter Schritt, aber sie ist nötig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft zu sichern“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Gleichzeitig kündigte er weitere Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger an.

Gas-Herd
Verbraucher müssen 2022 nicht nur mit höheren Preisen rechnen, sondern auch noch mit einer Gas-Umlage. © epd-bild/Heike Lyding/Imago

Gas-Umlage in Deutschland: Verbrauchende werden stärker belastet

Die Umlage soll Unternehmen, die bislang Gas aus Russland importiert haben, ermöglichen, Zusatzkosten weiterleiten können, wenn sie Gas aus anderen Quellen beziehen. Dadurch, betonte Habeck, sollen die Kosten „möglichst solidarisch verteilt werden“.

Gas-Umlage
Beginn1. Oktober 2022
Ende1. April 2024
Mehrkosten1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde

Die genaue Höhe der Umlage soll laut Angaben des Ministeriums am 15. August mitgeteilt werden. Habeck hatte angekündigt, die Umlage könne sich auf 1,5 bis fünf Cent pro Kilowattstunde belaufen – eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müsste demnach 300 bis 1.000 Euro mehr zahlen.

Gas-Umlage läuft bis 2024

Laut Bundesnetzagentur lag der durchschnittliche Preis im vergangenen Jahr 2021 bei 6,68 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage könnte allerdings noch höher ausfallen, da auch die Mehrwertsteuer auf diese erhoben werden könnte.

Der finanzielle Ausgleich für die betroffenen Gasimporteure ist auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis zum 1. April 2024 beschränkt. Bis Oktober tragen laut Ministerium die betroffenen Gasimporteure alle Kosten für die Ersatzbeschaffung allein. Danach müssen sie nur noch 10 Prozent der Kosten dauerhaft selbst tragen.

Gas-Umlage kommt: Bundeswirtschaftsminister Habeck verspricht weitere Entlastungen

Die Umlage müsse von weiteren Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger begleitet werden, fügte Habeck hinzu: „Wir haben uns auf Entlastungen verständigt, die gerade jenen helfen, die wenig haben. Weitere Entlastungsschritte sind aus meiner Sicht dringend nötig. Die Krise, die Russlands völkerrechtswidriger Angriff produziert hat, braucht eine starke soziale Antwort.“

Habeck hatte dazu ein neues Maßnahmenpaket zum Energiesparen angekündigt. Dabei geht es unter anderem um öffentliche Gebäude, Betriebe, Büros sowie um einen verbindlichen „Heizungscheck“ in Wohnungen. (con mit AFP)

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