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Konvertierungsumlage, Gasspeicherumlage und Co. - wie sich die Mehrkosten aufteilen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Gas-Umlage soll im Oktober in Kraft treten, die Anbieter müssen die Betroffenen aber schon vorher informieren. Dann kommen auch noch drei weitere Umlagen zum Zug.

Berlin – Ab dem 1. Oktober ist es so weit: Mit der Gas-Umlage kommen weitere Kosten auf die Verbraucherinnen und Verbraucher zu. Die Umlage soll Versorgern zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibendes, günstigeres Gas aus Russland kaufen müssen. Die Höhe der Umlage berechnet Trading Hub Europe (THE) als Gemeinschaftsunternehmen der Fernleitungsnetzbetreiber. Das Unternehmen hatte die Umlage in der vergangenen Woche auf 2,4 Cent je Kilowattstunde beziffert.

Die Gas-Anbieter können die Umlage an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, müssen das aber nicht. Damit sie diese aber pünktlich ab dem 1. Oktober bei ihren Kunden einführen können, müssen sie die Preisanpassungen mindestens sechs Wochen vorher ankündigen – also bis zum 26. August.

Gas-Umlage ab Oktober: Gas-Anbieter müssen bis zum 26. August informieren

Deshalb kann es sein, dass viele Gas-Verbraucher einen unerfreulichen Brief erhalten, in dem sie über Preiserhöhungen informiert werden. Wer keinen Brief bekommen hat, darf sich aber nicht zu früh freuen: Die Anbieter können die Umlage auch später noch einführen – immerhin müssen die Kunden aber dann nicht schon ab dem 1. Oktober zahlen, berichtet merkur.de.

Steigende Gaspreise für Verbraucher
Besser nicht zu weit aufdrehen: Wer seinen Geldbeutel schonen möchte, sollte seinen Heizungsregler in der bevorstehenden kühleren Jahreszeit vorsichtig bedienen. © Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn

Das kosten Bilanzierungsumlage, Konvertierungsumlage und Gasspeicherumlage

Auch neu: Wer ein Schreiben seines Gas-Anbieters erhalten hat, wird sehen, dass bei den Preiserhöhungen nicht nur die Gas-Umlage, sondern noch drei weitere Umlagen fällig werden. Sie sind allerdings nicht so teuer wie die Gas-Umlage.

Hier ist ein Überblick:

Die Bilanzierungsumlage steigt auf 0,57 Cent pro Kilowattstunde (Vorher: Null Cent). Sie soll die gleichmäßige Auslastung des Gasnetzes sicherstellen. 

Die Konvertierungsumlage steigt auf 0,038 Cent pro Kilowattstunde (Vorher: Null Cent). Mit ihr wird die Umwandlung von Gas finanziert. 

Die Gasspeicherumlage beläuft sich auf 0,059 Cent pro Kilowattstunde (wird erstmalig erhoben). Sie hängt mit den Füllstands-Vorgaben für die deutschen Gasspeicher zusammen und soll die höheren Kosten für die Einspeicherungen auffangen.

Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einer Wohnfläche von etwa 180 Quadratmetern und einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr ergeben die Umlagen laut Berechnungen des WDR zusätzliche Kosten von rund 660 Euro. In diese fließen Gasumlage, Mehrwertsteuer sowie die Bilanzierungsumlage mit etwa 115 Euro, die Gasspeicherumlage mit etwa elf Euro und die Konvertierungsumlage mit etwa sieben Euro mit ein. Diese Kosten kommen dann auf die gestiegenen Gaspreise noch hinzu.

Gas-Umlage: Habeck warnt vor Verzicht – und weiter steigenden Preisen

Wegen der zusätzlichen Kosten für Verbraucher ist die Gas-Umlage sehr umstritten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat zwar gerade eine Überprüfung der Umlage angekündigt, jedoch eindringlich vor einem Verzicht gewarnt. Denn ohne Gas-Umlage würden durch den drohenden Zusammenbruch von Energieversorgern Preissprünge und -verzerrungen in anderer Größenordnung drohen, warnte der Minister.

Bürger könnten dann gezwungen sein, in die teure Gasgrundversorgung zu gehen. Dann würden sie womöglich Gas nur noch „zu Preisen des Spotmarktes“ bekommen, was noch weitaus höhere Preisanhebungen zur Folge hätte als die Gasumlage.

Generell sprach Habeck von düsteren Aussichten für die Zukunft. „Wir laufen auf einen Preissprung im Winter zu, der das, was wir im Moment diskutieren, klein sein lässt“, sagte der Minister. Insofern müsse die eigentliche Diskussion sein, „wie gleichen wir die enormen Preissteigerungen so aus, dass die Gesellschaft zusammenbleibt“ und auch die Geschlossenheit gegenüber Russland erhalten bleibe. (lma/dpa/AFP)

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