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Gas-Krise: Erste Baumärkte prüfen verkürzte Öffnungszeiten und Teilschließungen

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Von: Oliver Schmitz

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Wegen der steigenden Gaspreise erwägen Garten- und Baumärkte Schließungen oder eingeschränkte Öffnungszeiten im Winter. Aber auch andere Maßnahmen.

Köln – In ganz Deutschland steigen derzeit die Gaspreise rapide an. Nicht nur Verbraucher, sondern auch viele Unternehmen, machen sich deshalb Gedanken, wie im Herbst und Winter möglichst viel Gas gespart werden kann. Während einige Energie-Unternehmen durch die Gas-Umlage finanziell unterstützt werden, müssen anderen Branchen die Mehrkosten selbst zahlen.

Bei Gartencentern und Baumärkten könnte das drastische Folgen haben: Einige erwägen im Winter eingeschränkte Öffnungszeiten oder Schließungen. 24RHEIN hat mit dem zuständigen Verband sowie einigen Unternehmen über die Maßnahmen gesprochen.

Garten- und Baumärkte prüfen Schließungen im Winter – wegen mangelnder Einnahmen

Die Umsätze der Garten- und Baumarkt-Branche sind teilweise stark von der Jahreszeit abhängig. Gerade im Winter fallen die Einnahmen geringer aus. Da wegen der Gaskrise die Kosten dieses und nächsten Jahres für viele Geschäfte zu hoch auszufallen könnten, erwägen diese nun erhebliche Maßnahmen. Einige Garten- und Baumärkte würden „punktuelle und temporäre (stunden- oder tageweise) Schließungen bestimmter Standort(-teile)“ derzeit prüfen, sagte der zuständige Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) im Gespräch mit 24RHEIN.

BHB-Geschäftsführer Peter Wüst hatte der Lebensmittelzeitung erklärt: „Ich weiß von Gartencenterbetreibern, die jetzt überlegen, ob sie den ganzen Januar schließen“. Laut dem Branchen-Vertreter würden aber auch Baumärkte größere Einschränkungen prüfen: „Natürlich stellt sich im Baumarktbereich die Frage, ob die langen Öffnungszeiten nicht reduziert werden – je nach Witterung.“

Bei Baumärkten wird zwar auch im Winter viel anderes wie Werkzeuge, Farbe oder Baumaterial verkauft, jedoch haben diese meist auch eine sehr große Pflanzen-Abteilung. Laut Wüst würden einige Baumarkt-Händler deshalb erwägen, diese Bereiche im Januar und Februar zu schließen. Denn sowohl in Gartencentern als auch Baumärkten werden teilweise Produkte und Pflanzen verkauft, die höhere Temperaturen benötigen, berichtet 24RHEIN.

Schließungen wegen Gaskrise? Nicht für alle Garten- und Baumärkten eine Option

Gegenüber 24RHEIN ordnete der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) die Aussagen noch etwas konkreter ein. Die Garten- und Baumärkte hätten teilweise „sehr unterschiedliche vertriebliche Ausrichtungen“, weshalb es auch unterschiedliche Überlegungen gebe, „wie im Handel mit einer eventuellen Verknappung von Gaslieferungen umgegangen werden kann“. Neben den Schließungen oder eingeschränkten Öffnungszeiten würden auch weitere Maßnahmen geprüft. Auch bei Supermärkten und Discountern sind Einschränkungen derzeit ein Thema. Bei mehreren Ketten wurden zuletzt die Frischetheken geschlossen.

Schließungen bei Garten- und Baumärkten: Das sagen Bauhaus, Hornbach und Hagebaumarkt

Links ein Hagebau-Logo, mittig ein Bauhaus-Logo und rechts ein Hornbach-Schild auf einem Parkplatz. (IDZRW-Montage)
Größere Baumarkt-Ketten wie Hagebau, Bauhaus und Hornbach wollen nicht schließen. (IDZRW-Montage) © Rust/Imago & Future Image/Imago & Fotostand/Imago

Für Kunden stellt sich nach dieser Ankündigung jetzt die Frage, welche Gartencenter und Baumärkte tatsächlich Einschränkungen wie Schließungen und kürzere Öffnungszeiten für den Winter 2022 auf 2023 planen. 24RHEIN hat bei einigen Unternehmen wie Bauhaus, Hornbach und Hagebaumarkt nachgefragt. Der Konsens: Wirkliche Schließungen sind bei ihnen zwar nicht geplant, dafür aber andere Maßnahmen:

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