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Für die Rente vorsorgen kann man auch mit Aktien. Dabei sollte man einiges beachten.

Ruhestand

Für die Rente vorsorgen: Sechs Tipps für die Altersvorsorge mit Aktien

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Reicht die Rente für Ihren Ruhestand? Hier finden Sie sechs Tipps, wie Sparer klug mit Aktien für die Rente vorsorgen können.

Als der Finanzexperte Asoka Wöhrmann kürzlich zu den niedrigen Zinsen in Europa befragt wurde, bekamen die Interviewer eine überraschend deutliche Antwort: „Ich bin jetzt 54 Jahre alt und ich weiß nicht, ob ich zu meinen Lebzeiten noch einmal deutlich höhere Zinsen erleben werde“, sagte der Chef der Frankfurter Vermögensverwaltung DWS, die mehr als 660 Milliarden Euro managt.

Seiner Einschätzung nach müssen sich Sparer darauf einstellen, dass sie mit konventioneller Geldanlage in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht weit kommen werden. Wer fürs Alter vorsorgen will, muss sich etwas Neues überlegen. Eine Option sind Aktien. Sechs Tipps, wie Sie damit klug anlegen.

Tipp 1 - Aktien verstehen: Wer in Aktien investieren will, sollte verstehen, wie eine Aktie funktioniert. Das Wichtigste: Wer Aktionär ist, ist Miteigentümer der Firma, die die Aktie ausgegeben hat. Geht das Unternehmen pleite, ist die Aktie wert- und der Anleger sein Geld los. Im Gegenzug dafür, dass der Aktionär dieses Risiko mitträgt, wird er für gewöhnlich am Gewinn der Firma beteiligt. Er erhält einmal oder mehrmals jährlich eine Dividende – sofern es dem Unternehmen so gut geht, dass es Geld an die Aktionäre ausschütten kann. Die Dividende macht einen Teil der Rendite aus. Der andere Teil resultiert im besten Fall daraus, dass das Unternehmen wächst und an der Börse wertvoller wird: Der Kurs der Aktie steigt. Das Gegenteil ist freilich auch möglich.

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Rente: Mit diesen Aktien sollten Sie für den Ruhestand sparen

Tipp 2 - Aktien-Auswahl:  Wer sich einmal dafür entschieden hat, sein Geld an die Börse zu tragen, steht gleich vor der nächsten Herausforderung: der Auswahl der richtigen Aktien. Dafür gibt es die verschiedensten Ansätze. Sie können nach Weltregionen ausgesucht werden, nach der Höhe der Dividende, der Branche oder der Frage, ob ein Unternehmen Marktführer ist. Natürlich gibt es viele weitere Kriterien, und natürlich kann man auch mehrere Kriterien kombinieren. Da es um eine langfristige Geldanlage geht, sollte das wichtigste Kriterium allerdings sein, ob ein Unternehmen Produkte anbietet, die in Zukunft besonders gefragt sein werden. Dann profitiert es nicht nur vom allgemeinen Wachstum der Wirtschaft, sondern auch von strukturellen Veränderungen zu seinen Gunsten. Unklug wäre es hingegen, in Firmen zu investieren, deren Geschäft überholt ist.

Tipp 3 - In Mega-Trends investieren:  Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann die Mega-Trends selbst erkennen: Es handelt sich häufig um die Probleme, die von der Gesellschaft am meisten diskutiert werden. Unternehmen, die dafür Lösungen anzubieten haben, haben vielversprechende Geschäftsaussichten. Zu diesen Trends gehören zum Beispiel Digitalisierung (Zahlungsabwicklung, Handel, Verwaltung, etc.), Automatisierung (Roboter), umweltfreundliche Energie-Erzeugung (Windräder, Solar, Wasserkraft), der sparsame Umgang mit Ressourcen (Recycling), steigender Wohlstand (Gesundheit, Luxus, Reisen) und wachsende Weltbevölkerung (Lebensmittel, Wasser, Immobilien).

Für die Rente in Aktien investieren - mit gutem Gewissen und gestreutem Risiko

Tipp 4 - Das Gewissen:  In Aktien zu investieren, geht auch mit gutem Gewissen. Wer in Unternehmen einsteigt, die im Geschäft mit erneuerbaren Energien, dem Recycling von Rohstoffen oder dem Aufbau von Infrastrukturen für sauberes Wasser tätig sind, muss sich dafür nicht schämen. Zudem gibt es zahlreiche Firmen, die sich besonders bemühen, ihre Produkte auf umweltfreundliche und soziale Weise herzustellen. Besonders streng bei der Auswahl ist zum Beispiel der Nachhaltigkeitsindex GCX. Lasch sind hingegen die Kriterien des Dow Jones Sustainability Index. Studien zeigen, dass nachhaltig geführte Unternehmen auch besser gemanagt sind und höhere Renditen erzielen als andere.

Mit Aktien für die Rente sparen: Möglichst in viele Firmen investieren

Tipp 5 - Risiko streuen:  Wer für die Rente in Aktien investieren will, sollte nie die Papiere von nur zwei oder drei Unternehmen kaufen, sondern in viele Firmen einsteigen, um das Risiko zu streuen. Investiert man 10 000 Euro in 20 Firmen und eine geht pleite, sind lediglich fünf Prozent der Anlagesumme verloren. Wenn die anderen Anlagen gut laufen, macht man immer noch ein Plus. Geht bei nur zwei Firmen eine pleite, ist das nicht aufzuholen. Am besten ist jedoch, Anleger kaufen gar nicht erst Einzeltitel, sondern sogenannte ETF. Das sind börsennotierte Fonds, die Aktien von dutzenden, hunderten oder gar tausenden Firmen halten oder ihre Kursentwicklung abbilden. Das Problem: Mit vielen ETF kauft man einen bunten Strauß an Firmen, darunter auch solche, deren beste Zeit vorbei ist oder die nicht nachhaltig arbeiten. Es gibt jedoch auch ETF auf Digitalisierung, Automatisierung, Gesundheit oder Wasserinfrastruktur, mit deren Kombination man einer nachhaltigen und zukunftsträchtigen Geldanlage zumindest nahe kommt und zugleich Risiken minimiert.

Tipp 6 - Richtig handeln:  Den einen Moment, in den Markt einzusteigen, kennt niemand. Das zeigt sich allenfalls im Nachhinein. Deshalb ist es ratsam, über mehrere Jahre kleinere Summen anzulegen, um Aufs und Abs auszugleichen. Dafür gibt es kostengünstige ETF-Sparpläne. Zudem sollten Anleger investiert bleiben, auch wenn es abwärtsgeht, denn es kann genauso schnell wieder aufwärtsgehen. Statistiken zeigen, dass die Kursgewinne eines Jahres in der Regel an wenigen Handelstagen gemacht werden. Wenn man dann nicht dabei ist, zieht die Chance vorbei. Da der Anlagehorizont für Aktien mindestens zehn Jahre betragen sollte, kann man Kursschwankungen aussitzen. Das bedeutet aber auch: Nur Geld investieren, das man auf längere Zeit nicht benötigt – und dessen Verlust verkraftbar wäre.

Mit Aktien für die Rente sparen - das Werkzeug

Wer mit Wertpapieren handeln will, braucht ein Depot bei einer Bank. Das muss nicht die herkömmliche Hausbank sein, die man mit dem Kauf und Verkauf beauftragt. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Online-Broker, die zum einen kostengünstig sind und bei denen man selbst handeln kann. Das Verbraucherportal „Finanztip.de“ empfiehlt Flatex und Onvista Bank. Achtung: Wer ständig Zugriff auf sein Depot hat, kann sich leicht zum Zocken verführen lassen. Anleger sollten sich deshalb darüber klar werden, ob sie diesem Drang widerstehen können oder nicht.

Wer sich scheut, Aktien zu kaufen, für den gibt es auch andere Anlageformen, die Rendite versprechen: Fünf überraschende Alternativen zu Aktien.

Alles rund um die Rente

Die große Koalition will die Grundrente einführen. Worum geht es dabei? Wer kann davon profitieren? Alles, was Sie über die Grundrente wissen müssen. Die Rente mit 63 ist für viele Arbeitnehmer interessant. Wir geben Ihnen wertvolle Ratschläge für den vorzeitigen Ruhestand. Den wohlverdienten Ruhestand im Ausland verleben - das ist ein Traum vieler Menschen. Doch im Rentnerparadies Thailand gibt es auch Probleme.

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