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Einsatz von Pestiziden reduzieren

Für eine Pestizid-Abgabe

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Ein Bündnis von Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen fordert eine Pestizid-Abgabe. Die Einnahmen sollen für den ökologischen Umbau an die Landwirtschaft zurückfließen.

Immer wieder verunsichern Meldungen über Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln die Verbraucherinnen und Verbraucher. So fielen erst kürzlich bei Öko-Test in einer Cornflakes-Untersuchung auch bekannte Marken wie Kellogg’s durch, unter anderem, weil die Pflanzenschutzmittel Glyphosat und Deltamethrin darin gefunden wurden. Pestizide werden aber auch für den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in Agrarregionen mitverantwortlich gemacht. Ein breites Bündnis von kritischen Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen macht sich nun für eine Pestizid-Abgabe stark, die die Nutzung dieser Chemikalien deutlich zurückdrängen würde.

Die Initiative stützt sich auf die Vorgabe im „Green Deal“ der EU, wonach der Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent verringert werden soll. Eine von dem Bündnis beauftragte Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig unterstreicht nun, dass Deutschland dem Beispiel von Dänemark, Frankreich und Schweden folgen sollte, die bereits eine Pestizid-Abgabe erheben. In Dänemark gibt es eine solche seit 2013. Hier sind die Mengen bereits deutlich zurückgegangen.

Die Abgabe soll nach dem Konzept bei den Herstellern und Importeuren von Pestiziden erhoben werden, sie könnte bis zu einer halben Milliarde Euro erbringen. Die Einnahmen würden aber nicht im Staatshaushalt bleiben, sondern „für den ökologischen Umbau an die Landwirtschaft zurückfließen“, wie der Vorstandssprecher der GLS Bank, Thomas Jorberg, sagte. Die GLS ist Mitglied der Initiative, neben unter anderem den Umweltorganisationen Greenpeace und WWF, dem Anbauverband Bioland und der NGO Foodwatch.

Laut den Umweltforscher:innen würde sich die Anwendung der Pestizide im Schnitt um 35 Prozent pro Hektar verteuern. Allerdings solle die Abgabe nicht pauschal, sondern differenziert je nach Wirksamkeit der jeweiligen Chemikalien auf dem Feld sowie den Nebenwirkungen und Umweltrisiken erhoben werden. Zudem müssten Herbizide und Insektizide höher als etwa Fungizide (Pilzmittel) besteuert werden. Von ihnen gingen vielfältige negative Effekte für die Artenvielfalt, besonders für Insekten und Vögel, aus. Zugleich gebe es hier viele nicht-chemische Alternativen.

Kritik übte das Bündnis an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Sie habe es nicht geschafft, die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Pestiziden zu reduzieren. Die nächste Bundesregierung müsse dies korrigieren und eine Pestizid-Abgabe umsetzen. In Berlin demonstrierten am Dienstag unterdessen zahlreiche Bauern mit Treckern gegen das geplante Insektenschutzprogramm der Bundesregierung. Es sieht unter anderem strengere Regeln zum Pestizideinsatz vor.

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