Sparkassen

Führungsfrage ungeklärt

Wegen der Steueraffäre von DSGV-Präsident Fahrenschon kommen Regionalverbände des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zum Krisentreffen zusammen.

Die Führungskrise bei den Sparkassen dauert an. Vertreter der Regionalverbände berieten am Dienstag in Hannover über Konsequenzen aus der Steueraffäre von Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. Ergebnisse waren bis zum Nachmittag nicht bekannt. Der gastgebende Sparkassenverband Niedersachsen wollte sich nicht äußern.

Zuvor war im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) Kritik an Präsident Fahrenschon laut geworden. Dieser hatte zunächst versucht, einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung geheim zu halten, und strebte auch nach Bekanntwerden der Affäre seine Wiederwahl als DSGV-Chef an. Der 49-Jährige äußerte sich am Dienstag nicht.

Ein formeller Beschluss war in Hannover vorerst nicht geplant. Der Verband in Berlin verwies auf die Beschlusslage der Gremien von vergangener Woche. Da war die für vergangenen Freitag geplante Wiederwahl Fahrenschons verschoben worden, um den Ausgang des gerichtlichen Verfahrens abzuwarten.

Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass der frühere bayerische Finanzminister (CSU) Steuererklärungen zu spät eingereicht und deshalb den Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung erhalten hatte. In Sparkassenkreisen war von enormem Druck und Vertrauensbruch die Rede. Außer der mutmaßlichen Steuerhinterziehung wird Fahrenschon vor allem angekreidet, den Strafbefehl monatelang verheimlicht zu haben.

Fahrenschon hat eingeräumt, Steuererklärungen für 2012 bis 2014 erst im vergangenen Jahr eingereicht zu haben. Er bestreitet aber eine vorsätzliche Straftat und hat Widerspruch eingelegt. Seine Steuern hat er 2016 gezahlt. (dpa)

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