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Fruchtbare Techwelt

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Von: Katharina Beitz

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Wer einmal in der Küche ganz ohne Erde den eigenen Salat im Winter wachsen lässt und dann erntet, der merkt, dass hier etwas Großes geschieht.

Eine Krise ist eine Krise ist eine Krise. So ungefähr klingt es grad auf den langen Fluren aller Unternehmen und der Sound wird seit zwei Jahren immer lauter. Sei es die notwendige Implementierung des Homeoffice, gestörte Lieferketten und jetzt auch noch das immer kleiner werdende Portemonnaie der Kunden und Investoren. Insbesondere Start-ups und junge Gründerteams spüren den Druck der Profitabilität. Doch gerade hier entstehen nun auch die technologischen Lösungen für so manche Krise.

Die vergangenen Jahre waren in der Technologie-Welt geprägt von Software-Start-ups, die oft unter sehr viel Hype und mit viel zu hoher Bewertung auf die Bühnen gehoben wurden. Der Vorteil bei der Finanzierung von Software: Sie lässt sich schnell anpassen und damit früh verkaufen.

Doch es ist vor allem die Hardware, die mit Software gepaart über die großen Krisen hinweg echte Veränderung anbietet. Wann haben Sie das letzte Mal voller Überzeugung ein völlig neues Produkt einer jungen Firma in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung integriert? Hardware braucht Zeit, bis sie im Alltag der Menschen und in der Gesellschaft angekommen ist. Genau dieser Aspekt macht es ihr natürlich auch schwerer, den Markt zu erobern.

Als ich vor fünf Jahren meinen ersten Salat im Flur pflanzte, haben sich mehr und mehr Unternehmen mit der Chance des vertikalen Gärtnerns, des Indoor-Farmings, auseinandergesetzt. Wer einmal in der Küche ganz ohne Erde den eigenen Salat im Winter wachsen lässt und dann erntet, der merkt, dass hier etwas Großes geschieht. Etwas, das die Welt und das Leben vieler ein kleines bisschen besser machen wird.

Bei „Our Greenery“ war eine der ersten Kundinnen für unseren Indoor-Garten eine 75-jährige Frau. Mit ihrer Einschränkung beim Gehen schaffte sie den wöchentlichen Gemüseeinkauf nicht mehr alleine. Plötzlich konnte sie mit ihrem Garten in ihrer kleinen Wohnung mehrere Kilogramm Gemüse im Monat anbauen.

Solche Erlebnisse machen stolz und bringen das Gefühl der Verantwortung in eine Techwelt, die seit vielen Jahren auf Hypes und schon versierte Zielgruppen setzt. Dabei hat sie das Potenzial, einen viel größeren Wandel anzustoßen – wenn der Atem lang genug ist und nicht nur im kurzfristigen Krisenmodus gedacht und fürs schnelle Geld investiert wird.

Die Autorin ist Philosophin

und Marketing-Chefin des

Unternehmens Our Greenery.

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