Verspätungszuschläge

Steuererklärungen 2018 sind fällig

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Der Abgabetermin für Steuererklärungen ist auf Ende Juli verlegt worden. Dafür macht der Fiskus nun früher Druck.

Es klang zunächst komfortabel: Von diesem Jahr an bleiben zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung. Statt dem bisher gültigen 31. Mai ist der 31. Juli der neue Stichtag für alle, die ihre Steuererklärung selbst machen. Wer diese Aufgabe einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein überlässt, hat wie bisher mehr Zeit: Dann muss die Steuererklärung 2018 bis Ende Februar 2020 beim Finanzamt sein – auch diese Frist wurde um zwei Monate verlängert, bisher galt das Jahresende. Und weil der 29. Februar 2020 ein Samstag ist, genügt auch noch der Montag danach.

Für alle anderen wird es jetzt aber eng, denn die großzügigere Abgabefrist hat ihren Preis: Die Finanzämter üben in Zukunft weniger Nachsicht, wenn die Deadline überzogen wird. Wer es drauf ankommen ließ, konnte sich bisher oft Monate Zeit lassen und einige Erinnerungsschreiben ignorieren, ehe es ernst wurde. Das soll nun vorbei sein, heißt es in den Ämtern. Man werde deutlich früher nachfassen als bisher. Dabei sind – wie bisher schon – vom ersten Tag an Strafgelder möglich, die aber im Ermessen der Finanzbehörde liegen, wie die Oberfinanzdirektion NRW erklärt.

Neu von diesem Jahr an: Mit dem Ermessen ist es 14 Monate nach dem Ende des Kalenderjahres vorbei. Wer also zur Steuererklärung für 2018 verpflichtet ist und im März 2020 noch keine abgegeben hat – ob von eigener Hand oder durch einen Berater – bekommt künftig automatisch einen Verspätungszuschlag aufgebrummt. Dann werden für jeden angefangenen Verspätungsmonat 0,25 Prozent Zuschlag auf die Nachzahlung fällig, mindestens aber 25 Euro pro Monat.

Auch eine Fristverlängerung ist nicht so leicht zu haben. Wer es bis zum 31. Juli partout nicht mehr schafft, kann zwar weiterhin Verlängerung beantragen, aber nur noch schriftlich per Mail oder Brief, möglichst einem neuem Termin und vor allem mit Begründung. Ob die überzeugend ist, entscheide das Finanzamt im Einzelfall, erklären die Behörden von Nordrhein-Westfalen. Zumindest bei Verlängerungswünschen bis Februar 2020 dürften sie allerdings Nachsicht üben.

Das alles gilt, wenn man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist – und das sind die meisten: Wer neben einem normalen Angestelltengehalt mehr als 410 Euro Einkommen im Jahr hatte, muss eine Steuererklärung abgeben. In diese Kategorie fallen auch weitere Arbeitsverhältnisse (Steuerklasse V), selbstständige Tätigkeit und Ersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I oder Krankengeld von mehr als 410 Euro. Verpflichtet sind auch Paare mit den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV mit Faktor.

Rentner müssen eine Erklärung abgeben, wenn der steuerpflichtige Teil der Rente den Grundfreibetrag übersteigt – im vergangenen Jahr 9000 Euro für Alleinstehende und 18 000 Euro für Paare. Und schließlich besteht in der Regel eine Abgabepflicht, wenn ein zusätzlicher Freibetrag für erhöhte Werbungskosten oder andere Aufwendungen geltend gemacht wird.

Gibt man freiwillig eine Steuererklärung ab, was durchaus sinnvoll sein kann, bleiben vier Jahre Zeit. So kann man bis Ende dieses Jahres noch freiwillige Steuererklärungen für 2015 und die folgenden Jahre abgeben. Das kann sich zum Beispiel bei langen Arbeitswegen wegen der Entfernungspauschale lohnen oder bei besonderen Belastungen etwa durch eine Krankheit.

Berufsanfänger mit niedrigem Einkommen können Ausbildungs- oder Bewerbungskosten angeben und so einen Verlustvortrag bekommen, der mit späteren Einkommen verrechnet wird – und dann die Steuerlast senkt. Böse Überraschungen sind dabei ausgeschlossen: Kommt nach der Rechnung des Finanzamts wider Erwarten eine Steuerpflicht heraus, kann man den Antrag einfach zurückziehen.

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