Hundefutter

Was frisst des Menschen bester Freund?

Immer mehr Menschen halten einen Hund. Womit der am besten gefüttert wird, hat die Stiftung Warentest geprüft.

Vierbeiner erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Rund neun Millionen Hunde leben derzeit in Haushalten in Deutschland – 2,4 Millionen mehr als 2014. Was das Futter betrifft, hat jeder Besitzer eigene Vorstellungen: Feucht oder trocken? Selbstgekocht oder roh? Die Stiftung Warentest hat eines der umsatzstärksten Segmente geprüft: das Nassfutter. Und Trendprodukte obendrein: tiefgekühlte Menüs mit rohem Fleisch, so genannte Barf-Produkte. Im Test waren 26 Feuchtfutter in Dosen und Schalen sowie fünf tiefgekühlte Barf-Menüs. Alle wurden auf ihren Nährstoffgehalt überprüft sowie auf Fütterungshinweise, Schadstoffe und Keime. Das Ergebnis des Tests: Neun Hundefutter fallen durch.

Alle 31 Testkandidaten sind Alleinfuttermittel, versprechen also, alle notwendigen Nährstoffe zu geben, darunter Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für Leber, Haut und Fell, Kalzium und Phosphor fürs Skelett sowie Vitamine. Ob sie das schaffen, haben die Tester für einen Modellhund berechnet, der dem deutschen Durchschnittshund entspricht: Er bewegt sich mäßig, wiegt 15 Kilogramm und braucht am Tag 724 Kalorien.

Sechs der getesteten Futtermittel sind „sehr gut“ und vergleichsweise günstig. Vor allem für kleine Hunde eignen sich die von Lidl („Orlando Schlemmerkern Pastete mit Rind Kartoffeln und Kräutern“), Aldi Süd („Romeo Select feine Pastete mit Rind & Landgemüse“), Netto („Pablo Feines Ragout mit Truthahn, Lamm und Gemüse“) und Penny („Spurty Gaumenfreude Pastete mit Pute, Paprika & Reis“). Die Tagesration kostet 1,36 bis 1,58 Euro.

Für große Tiere bieten sich die großen, mit je 59 Cent günstigen Dosen von Edeka („Gut & Günstig Saftige Brocken mit Rind in Feiner Sauce“) und Netto („Sancho Saftige Brocken mit Rind in leckerer Sauce“) an. Sie liefern einen optimalen Nährstoffmix. Bestes Markenprodukt ist Pedigree (1,99 Euro).

Neun Hundefutter eignen sich nicht als Alleinfutter und sind mangelhaft, darunter vier Dosenfutter: „Dein Bestes mit vier Sorten Geflügel klassisch“ von dm, „Real Nature Rund mit Kartoffeln und Schwarzkümmelöl“ von Fressnapf, „Classic Bio-Huhn mit Hirse“ von Herrmann’s Manufaktur sowie „Hirsch mit Quinoa Kürbis, Birne, Nachtkerzenöl“ von Herzenshund. Die fünf Barf-Menüs von Dibo, Petman, Procani, Tackenberg und Zoo Royal sind ebenfalls mangelhaft.

Barf steht für „biologisches, artgerechtes Rohfutter“. Der Trend zur Rohfütterung hält seit über zehn Jahren an, erzählt Petra Kölle von der Kleintierklinik München. Jeder vierte Hundebesitzer, der in ihre Ernährungssprechstunde kommt, ist überzeugter „Barfer“. Diese Halter bestimmen selbst, was ins Futter kommt. Allerdings ist es essenziell, die richtige Ration fürs Tier zu finden. Rezepte aus dem Internet oder Büchern sind oft nicht bedarfsdeckend, besser ist eine Rationsberechnung durch einen spezialisierten Tierarzt.

Barf-Menüs wollen Besitzern diese Mühe abnehmen und präsentieren sich als Komplettmahlzeit. allerdings haben sie einen gravierenden Nachteil im Vergleich zum Dosenfutter: In mehreren Barf-Menüswiesen die Prüfer hohe Keimbelastungen nach – vor allem Enterobakterien, die meist aus dem Darm stammen. Für Hunde ist das weniger problematisch. Menschen, die mit im Haushalt leben, können sich allerdings infizieren.

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