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Ukraine-Krieg: Geflüchtete haben gute Chancen auf Arbeit

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Von: Pitt von Bebenburg

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Viel los auf der Jobmesse für ukrainische Geflüchtete, die das IHK Berlin und die Agentur für Arbeit in der Hauptstadt ausrichten: Mehr als 50 Unternehmen sind mit Infoständen und Jobangeboten vor Ort.
Eine Jobmesse für ukrainische Geflüchtete in Berlin. © Christoph Soeder/dpa

Studie zu Geflüchteten aus der Ukraine zeigt: Menschen, die jetzt nach Deutschland kommen, haben bessere Aussichten auf gute Lebensverhältnisse als ihre Landsleute.

Berlin – Die aus der Ukraine nach Deutschland geflohenen Menschen besitzen oft gute Voraussetzungen, um hier eine angemessene Arbeit zu finden und nicht in prekäre Verhältnisse abzurutschen – ganz anders, als es ihren Landsleuten vor der Öffnung für Kriegsflüchtlinge in Deutschland erging. Die Hauptgründe: Die geflüchteten Menschen, meistens Frauen, verfügen über einen gesicherten Aufenthaltsstatus und sind überwiegend gut ausgebildet.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) veröffentlicht hat. Der Leiter des Forschungsprojekts, Holger Kolb, mahnte an, dass die zuständigen Behörden gut informieren und auch „individuelle Faktoren“ berücksichtigen müssten. Wenn die Menschen in ihren erlernten Berufen arbeiten könnten, weil ihre Qualifikation zügig anerkannt würde, wäre dies „auch angesichts des akuten Fachkräftemangels das beste Szenario“, befand Kolb.

Ukraine-Krieg: Flucht nach Deutschland – „Dequalifizierungsspirale“

Bei einer Beschäftigung unterhalb ihrer Qualifikation könnten Flüchtlinge dagegen schnell in eine „Dequalifizierungsspirale“ geraten. „Das Risiko erhöht sich, wenn sie unter dem Druck stehen, möglichst schnell eine Beschäftigung aufzunehmen, etwa weil sich Leistungsauszahlungen verzögern, die Anerkennung von Qualifikationen nicht beantragt wird oder sehr viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt, wenn Sprachkenntnisse unzureichend sind oder Beratungsangebote fehlen.“

Deutlich ist jedenfalls der Unterschied zu den ukrainischen Staatsangehörigen, die schon länger in Deutschland arbeiten und „vermehrt im deutschen Niedriglohnsektor beschäftigt“ seien. Häufig handele es sich um Betreuungskräfte, die über private Vermittlungsagenturen mit polnischen Dienstleistungsverträgen in deutschen Privathaushalten arbeiteten.

Ukraine-Krieg: Wer jetzt flieht, hat bessere Chancen

Die Beschäftigten hätten oft keinen Anspruch auf Urlaub oder Krankengeld, seien sofort kündbar und es würden keine oder nur geringe Sozialversicherungsbeiträge für sie gezahlt. „Besonders problematisch ist, dass sie meist unangemeldet in Deutschland arbeiten. Das macht sie wehrlos gegen Arbeitsrechtsverstöße und ebnet den Weg in die Prekarität“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Franziska Loschert.

Die aktuellen ukrainischen Flüchtlinge hätten dagegen eine bessere Ausgangsposition, aufgrund des Aufenthaltsrechts, das ihnen von der Europäischen Union zugebilligt wurde. Dies mindere das Risiko, in prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse zu rutschen. (Pitt von Bebenburg)

Geflüchtete aus Drittstaaten hingegen müssen bei ihrer Flucht aus der Ukraine hohe Hürden überwinden. Studierende haben kaum Chancen, an Universitäten Fuß zu fassen.

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