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Streik bei der Post: Gewerkschaft Verdi macht Druck

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Von: Steffen Herrmann

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Dem Vernehmen beteiligen sich viele Beschäftigte am Streik. Das ist kein Wunder: Ihre Löhne sind niedrig, die Arbeitsbedingungen schwierig.
Dem Vernehmen beteiligen sich viele Beschäftigte am Streik. Das ist kein Wunder: Ihre Löhne sind niedrig, die Arbeitsbedingungen schwierig. © Philipp von Ditfurth/dpa

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post erhöht Verdi den Druck auf die Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaft muss liefern. Ein Kommentar.

Verdi geht in die Vollen: Nicht nur fordert die Gewerkschaft 15 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Deutschen Post. Sie legt auch direkt die Verteilzentren lahm – Warnstreiks. Dem Vernehmen beteiligen sich viele Beschäftigte am Streik. Das ist kein Wunder: Ihre Löhne sind niedrig, die Arbeitsbedingungen schwierig. Von den Rekordergebnissen, die die Post in den vergangenen Jahren eingefahren hat, ist für den Arbeiter im Verteilzentrum und die Postbotin auf der Straße nicht viel abgefallen. Im Gegenteil: Während die Post in den vergangenen beiden Jahren mehr als 16 Milliarden Euro Gewinn machte, knabbert die hohe Inflation an der Kaufkraft der Post-Mitarbeiter:innen. Sie spüren, wie das Leben beinahe monatlich teurer wird, vor allem in den Großstädten, aber nicht nur dort.

Das erklärt die Höhe der Tarifforderung und auch das Tempo, das Verdi- und die kleinere Gewerkschaft DPVKOM machen: Sie müssen sich beweisen. Ihre Mitglieder werden sich ganz genau anschauen, wie groß das Plus auf dem Gehaltszettel ist. 15 Prozent werden es, so ist das in Verhandlungen, am Ende nicht sein.

Ob es reichen wird, um die Kaufkraftverluste auszugleichen? Wohl eher nicht. Es geht um Schadensbegrenzung. Und auch um das Gefühl, von einer starken Gewerkschaft vertreten zu werden. Davon könnte dann wiederum der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke profitieren, der beim Bundeskongress seiner Gewerkschaft im Herbst wiedergewählt werden will.

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