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Es werden wieder mehr Lehrverträge unterzeichnet.

Arbeitsmarkt

So steht der FRAX

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Das Trendbarometer FRAX, der auch Faktoren wie die Qualität der Arbeit berücksichtigt, zeigt eine weiterhin robuste Beschäftigungslage an. 

Der FR-Arbeitsmarktindex (FRAX) ist eine Entwicklung der Frankfurter Rundschau und des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifor. Er wurde in enger Abstimmung zwischen Journalisten und Wissenschaftlern erarbeitet. Grundgedanke des FRAX ist, dass die Arbeitslosen- und Erwerbstätigenzahlen alleine keine fundierte Bewertung des deutschen Arbeitsmarktes ermöglichen. Es kommt ebenfalls auf die Qualität der Arbeit an oder darauf, dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können. 

Der FRAX analysiert deshalb den deutschen Arbeitsmarkt in fünf Kategorien und anhand von 18 unterschiedlichen Indikatoren.

Beschäftigung

Mit 120,8 Punkten notiert die Kategorie im zweiten Quartal 2019 auf dem höchsten je gemessenen Wert. Ein Plus von 2,1 Punkten in zwölf Monaten. In Deutschland waren 436 000 Menschen mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Anstieg um ein Prozent. Insgesamt wurden 15,7 Milliarden Arbeitsstunden erbracht, was einem Plus von 0,5 Prozent binnen Jahresfrist entspricht. Die Zahl der offiziell Arbeitslosen fiel zugleich um 4,2 Prozent auf 2,26 Millionen Personen. Die geringfügige Beschäftigung nahm um 92.000 Personen ab, während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 247 000 Personen stieg. 

Ausbildung

Bei den Lehrstellen setzt sich der Mitte 2017 begonnene Trend fort: Es werden wieder mehr Lehrverträge unterzeichnet. Nach den derzeit verfügbaren Daten könnten in diesem Jahr 533 000 Menschen eine Ausbildung beginnen. Das würde dem Niveau von 2013 entsprechen, wäre allerdings immer noch deutlich weniger als 2007, als mehr als 610 000 Lehrverträge unterzeichnet wurden. Aufgrund sinkender Nachfrage nach Lehrstellen bewerben sich derzeit rein rechnerisch auf 97,4 Lehrstellenangebote 100 Personen. Tatsächlich gibt es je nach Beruf und Region jedoch große Unterschiede bei Angebot und Nachfrage. 

Einkommen

Die Kaufkraft der Bundesbürger ist im Durchschnitt weiter gestiegen. Die Löhne legten schneller zu als die Inflation. Im zweiten Quartal stiegen die Reallöhne um 1,2 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Das stärkt potenziell den Konsum und damit die Binnennachfrage – gut bei einer schwächelnden Exportwirtschaft. Der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen, an dem auch Firmen und Kapitalgeber partizipieren, stieg von 71,7 auf 73 Prozent. Die Zahl der Menschen, die ihren Lohn mit Arbeitslosengeld II aufstocken mussten, fiel um 77.000 binnen Jahresfrist. Negativ: Die Verdienstschere hat sich leicht geöffnet.

Zugangschancen

Wie geht es den benachteiligten Gruppen am Arbeitsmarkt? Die Zahl der älteren Arbeitslosen ist im zweiten Quartal gestiegen. Dieser Trend ist auch der Demografie geschuldet, weil es immer mehr Ältere gibt. In Summe hat die Arbeitslosigkeit der Randaltersgruppen (Junge und Alte) zugenommen. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag bei 31 Prozent. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen sank hingegen von 35,2 auf 32,3 Prozent, wobei das nicht bedeuten muss, dass sie auch tatsächlich in Arbeit gekommen sind. Sie können auch das Rentenalter erreicht oder aus anderen Gründen aus der Statistik gefallen sein.

Arbeitsbedingungen

Es schien zuletzt, als würde sich an den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten kaum noch etwas ändern. Die Kategorie lag zuletzt seit einem Jahr auf demselben Niveau, dem besten Niveau seit mindestens zwölf Jahren.

Für die Kategorie werden Arbeits- und Wegeunfälle, krankheitsbedingte Fehlzeiten sowie die Zufriedenheit der Beschäftigten mit den Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz gemessen (zum Beispiel Arbeitsmittel, Stimmung,

Entwicklungsmöglichkeiten). Letzteres hat sich im zweiten Quartel im Zwölf-Monats-Vergleich deutlich verschlechtert. Woran das liegt, ist derzeit noch unklar.

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