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Ryanair in Frankfurt: Schlechte Stimmung bei Beschäftigten

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Von: Steffen Herrmann

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Ein Maschine von Ryanair befindet sich im Anflug auf den Frankfurter Flughafen.
Ein Maschine von Ryanair befindet sich im Anflug auf den Frankfurter Flughafen. © Andreas Arnold/dpa

Die Gewerkschaft Verdi beklagt einen „enormen Druck“ von Ryanair auf die Beschäftigten am Standort Frankfurt. Sie wirft der Airline vor, den Sozialplan umgehen zu wollen.

Wie die Stimmung unter den Beschäftigten des Frankfurter Ryanair-Standorts sei? „Ein Wort: verängstigt“, sagt Dennis Dacke. Der Gewerkschaftssekretär bei Verdi betreut die 250 Ryanair-Beschäftigten, die bislang von Frankfurt aus durch Europa jetteten. Verdi wirft dem Unternehmen vor, die Beschäftigten unter „enormen Druck“ zu setzen. Die in Deutschland unter dem Dach von Ryanair firmierende Malta Air hatte im Januar angekündigt, den Standort in Frankfurt zu schließen. Nun versuche das Unternehmen, den tariflichen Sozialplan zu umgehen, so der Vorwurf von Verdi.

Zum 31. März werden die Ryanair-Flugzeuge an andere Standorte verlegt, die teilweise im Ausland liegen. Die Frankfurter Beschäftigten haben laut dem Sozialvertrag das Recht, an einer anderen Basis weiterzuarbeiten. Außerdem stehen ihnen laut Verdi unter anderem Kompensationszahlungen und Sonderurlaub zu.

Ryanair: Stress nach Abschied von Frankfurt

Aber das Unternehmen habe neue Arbeitsverträge an die Beschäftigten geschickt, berichtet Dacke. Das sei für alle, die in Deutschland blieben, nicht notwendig. Die alten Arbeitsverträge seien auch am neuen Standort gültig. Seine Kritik: Durch in den Verträgen „versteckte Klauseln“ versuche Ryanair sich vor diesen Verpflichtungen zu drücken. „Es ist eine Erniedrigung der Menschen, die den Laden am Laufen gehalten haben“, sagt Dacke. Hinzu kämen Probleme wie Kurzarbeit im Januar, für die es keine rechtliche Grundlage gebe, und falsche Gehaltszahlungen in den vergangenen Monaten, die vor Arbeitsgerichten erstritten werden müssten.

Ryanair widerspricht der Darstellung der Gewerkschaft. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau teilte eine Ryanair-Sprecherin mit, die Behauptungen seien falsch: „Malta Air war in der Lage, alle aus Frankfurt versetzten Besatzungsmitglieder in Übereinstimmung mit den individuellen Verträgen und dem mit ver.di vereinbarten Sozialplan in neuen Positionen unterzubringen.“

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