Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wer arbeitet, und wer legt die Füße hoch?
+
Wer arbeitet, und wer legt die Füße hoch?

Arbeitsmarkt

Nicht jede heimliche Kontrolle ist illegal

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
    schließen

Zeiterfassung, private E-Mails? Ein Überblick über die Regeln, die im Homeoffice gelten.

Das Homeoffice hat sich während der Pandemie bewährt. Auch künftig wird ein Teil der Beschäftigten in den eigenen vier Wänden arbeiten. Welche Regeln gelten für sie? Was dürfen Arbeitgeber:innen? Wie viel Kontrolle ist erlaubt? Ein Überblick.

Darf ein Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice überwachen?

Eine permanente Überwachung ist nicht erlaubt. Die Vorgesetzten dürfen aber prüfen, ob und wie lange sich ihre Mitarbeiter:innen in das Betriebsnetzwerk eingeloggt haben. Die Zeiterfassung ist zulässig - und eine rechtliche Pflicht: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sind Unternehmen verpflichtet, die tägliche Arbeitszeit ihrer Beschäftigten mit verlässlichen Systemen zu erfassen. Das gilt auch für die Arbeit im Homeoffice.

Spielt es eine Rolle, ob ich an einem privaten oder dienstlichen Rechner arbeite?

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit empfiehlt den Einsatz „von durch den Arbeitgeber bereitgestellter IT-Ausstattung“. Andernfalls sollten „Vereinbarungen über die Kontrolle und Löschung beruflicher Daten sowie die deutliche Trennung von beruflichen und privaten Inhalten“ getroffen werden.

Was bedeutet das?

Einerseits ist die Kontrolle am privaten Rechner fast immer unzulässig. Andererseits ist es oft nicht erlaubt, dienstliche Geräte privat zu nutzen. Also Vorsicht: „Gehen Sie nie davon aus, dass Sie Ihren Firmenlaptop privat nutzen dürfen!“, schreibt der Arbeitsrechtler Frank Haas in seinem Blog.

Hin und wieder sende ich private E-Mails über den Dienstaccount. Ist das ein Problem?

Das kommt darauf an. Ist die Nutzung des dienstlichen Mail-Accounts nicht geregelt, gilt die private Nutzung nach Angaben von Stiftung Warentest als erlaubt, wenn sie über längere Zeit stillschweigend geduldet wurde.

Darf die Führungskraft trotzdem meine Mails lesen?

Sie darf das dienstliche Mailkonto zumindest stichprobenartig kontrollieren. Aber: Vorher bedarf es einer Information der Beschäftigten, außerdem muss der Betriebsrat eingebunden sein.

Heimliche Kontrollen sind also nicht erlaubt?

Doch, in Ausnahmefällen. Ein Beispiel: Das Unternehmen hat konkrete Hinweise auf eine Straftat oder eine schwerwiegende Pflichtverletzung. Das kann der sogenannte Arbeitszeitbetrug sein: Wenn Mitarbeiter:innen zum Beispiel im Netz surfen statt zu arbeiten. Dann ist sogar eine heimliche Webcam-Überwachung erlaubt.

Ich habe den Verdacht, dass ich im Homeoffice heimlich überwacht werde. Was soll ich tun?

Wenn Ihnen Chef oder Chefin unerlaubt über die Schulter schaut, ist der Betriebsrat der erste Ansprechpartner. Das hat einen großen Vorteil: Sie bleiben anonym und müssen den Arbeitgeber nicht selbst mit ihrem Verdacht konfrontieren.

Und wenn es keinen Betriebsrat gibt oder der Betriebsrat untätig bleibt?

Dann können sich Beschäftigte an die jeweilige Aufsichtsbehörde für Datenschutz wenden, also den jeweiligen Landesdatenschutzbeauftragten. Auch das geht anonym. Wichtig ist nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die unerlaubte Überwachung mit Indizien darlegen zu können. Dann ist die Behörde verpflichtet, die Angelegenheit zu untersuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare