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Mehr als nur Zuwanderung

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Von: Steffen Herrmann

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Im Bäckerhandwerk denken 60 Prozent der Auszubildenden darüber nach, die Lehre abzubrechen. Mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung wären nötig, um das zu ändern.
Im Bäckerhandwerk denken 60 Prozent der Auszubildenden darüber nach, die Lehre abzubrechen. Mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung wären nötig, um das zu ändern. © Soeren Stache/dpa

Damit die Zahl der Arbeitskräfte steigt, muss die Bundesregierung nicht nur die Zuwanderung verbessern, sondern auch die Ausbildung hierzulande. Der Kommentar.

Überall fehlt Personal, schon heute. In den kommenden Jahren aber werden die Klagen noch lauter werden: Denn in vielen Cafés, Krankenhäusern und Büros wird wohl auch dann Personal fehlen, wenn jährlich 300 000 oder 400 000 Menschen im arbeitsfähigen Alter zuwandern.

Die Bundesregierung hat das erkannt. In ihrer Fachkräftestrategie blickt sie deshalb richtigerweise auch auf andere Aspekte neben der vielgepriesenen (und notwendigen) Zuwanderung: Eine wichtige Rolle soll etwa eine zeitgemäßere Ausbildung spielen. Gut so, denn viele Azubis fremdeln mit veralteten Unterrichtsformen oder bewerben sich gar nicht erst auf Berufsbilder, die aus der Zeit gefallen scheinen.

Wer die Ausbildung nun aufpolieren will, darf aber eines nicht vergessen: Es geht nicht nur ums Image. Ein Beispiel: Im Bäckerhandwerk wünschen sich 50 Prozent der Azubis mehr Urlaub, 40 Prozent wollen mehr Geld - und 60 Prozent denken laut Bäckerverband darüber nach, die Ausbildung abzubrechen. Es geht also auch ums Geld, um Fairness und das Gefühl, wertgeschätzt zu werden.

Das Schöne ist: In Zeiten des Personalmangels stehen die Chancen gut, dass sich die Situation der Azubis verbessert. Und nicht nur ihre.

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