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In der Hängematte arbeiten

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Bali ist ein Hotspot für Remote Work.
Bali ist ein Hotspot für Remote Work. © imago/imagebroker/puchinger Hängematte an einer idyllischen Terrasse auf Bali, Objekte , Tiere; 2003, Hängematten, Terrassen, Hund, Hunde, Urlaub, leer, leere; , quer, Kbdia, Totale, Indonesien, , Reisen, Asien / Symbolfoto, Idylle, idyllisch

Die Insel Bali wird immer attraktiver für digitale Nomaden aus Deutschland und Europa.

Auf den ersten Blick wirkt der Co-Working-Space der Firma Outpost auf Bali wie ein Resort. Am Pool sonnt sich eine junge Frau, dahinter sitzt eine Gruppe zusammen – im Gespräch vertieft. Nicht weit davon hat sich eine weitere Runde mit Laptops zusammengefunden. „Seit die Covid-Reisebestimmungen nachgelassen haben, erleben wir eine explosionsartige Zunahme bei der Anzahl digitaler Nomaden“, sagte David Abraham, einer der Mitgründer des Unternehmens Outpost, das Menschen ansprechen möchte, die über einen Zeitraum in einem anderen Land leben und von dort aus „remote“ arbeiten wollen.

Im Juni meldete Outpost die bisher meisten Buchungen seit der Gründung der Firma 2016. Besonders beliebt ist Bali – die indonesische Urlaubsinsel sei „der globale Hotspot“, wie Abraham sagte. Doch auch Portugal, Kolumbien, Kroatien und Thailand würden immer beliebter. Abraham selbst kam die Idee für seine Firma einst, als er mit seinem Laptop in einem Starbucks in Tokio saß. Dabei fiel ihm auf, dass die Kund:innen um ihn herum ebenfalls alle arbeiteten. Ihm kam die Idee, dass sich das ja auch an einen Urlaubsort wie Bali verlegen lassen würde, wo es deutlich schöner ist als in einem Starbucks in Tokio.

Bei vielen hat die Pandemie und das damit verbundene „Remote“-Arbeiten den Anstoß zum digitalen Nomadenleben gegeben. Viele würden inzwischen nicht mehr in der gleichen Stadt bleiben wollen, in der sie leben, oder in der Nähe der Büros, in denen sie früher gearbeitet haben, so Abraham. „Die Menschen brennen darauf, ihre neuen Remote-Jobs mit in die ganze Welt zu nehmen und mit anderen Gleichgesinnten an idyllischen Orten zu arbeiten.“ Bei Outpost können die digitalen Nomaden zwischen ihren Zoom-Meetings surfen gehen, sich im Pool erfrischen oder an der Bar ein kühles Getränk schlürfen.

Bali ist seit seiner Öffnung eines der begehrtesten Ziele für digitale Nomad:innen, obwohl die rechtliche Lage eher eine Grauzone ist. Nach indonesischem Recht müssten alle, die sich innerhalb von zwölf Monaten 183 Tage im Land aufhalten, wie Einheimische Steuern zahlen. Wer Steuern zahlt, muss aber natürlich auch eine offizielle Arbeitserlaubnis haben – ein Touristenvisum reicht dabei nicht aus. Nun soll es aber künftig ein spezielles Fünfjahresvisum geben, das digitale Nomad:innen von der Zahlung lokaler Steuern befreien würde, solange sie ihr Einkommen nicht im Inland generieren. Das sogenannte Digital Nomad Visa, das von Indonesiens Tourismusminister Sandiaga Uno angekündigt wurde, soll im nächsten Jahr über 3,6 Millionen internationale Reisende ins Land bringen. Gegenüber dem Wirtschaftsdienst Bloomberg sagte Uno, dass in einer Umfrage 95 Prozent der digitalen Nomad:innen angegeben hätten, dass Indonesien und vor allem Bali, das für sie interessanteste Ziel für Remote-Arbeit sei.

Bali kann die zusätzlichen Einnahmen gebrauchen. Die Insel wurde von der Pandemie hart getroffen. Bali ist zwar katastrophengeprüft – nach zwei Terroranschlägen 2002 und 2005, einem Ausbruch der Vogelgrippe 2007 und der Eruption des Mount Agung, Balis höchstem Vulkan, im Jahr 2017 – doch Covid hat diese Extremereignisse in den Schatten gestellt.

Tausende Menschen in Bali verloren aufgrund der geschlossenen Grenzen während der Pandemie ihre Arbeitsstellen im Tourismussektor. Viele kehrten in ihre Dörfer zurück und lebten wieder in einfachen Verhältnissen auf dem Land, wo sie sich mit Landwirtschaft und Fischfang über Wasser hielten. Die enge Familienbande und der hinduistische Glaube halfen ihnen dabei, die Zeit zu überstehen.

In gewisser Weise habe die Pandemie die Bürger:innen und die lokale Regierung gezwungen innezuhalten und über die Zukunft der Tourismusbranche auf der Insel nachzudenken, heißt es vonseiten der Gründer von Outpost, die selbst Expats sind. Wo früher der Schwerpunkt auf Massentourismus und der Erreichung immer höherer jährlicher Zahlen lag, hat sich das Gespräch nun auf Qualitätstourismus verlagert – also einen Tourismus, der mehr zur Wirtschaft beiträgt und gleichzeitig weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Digitale Nomad:innen passen laut Abraham in dieses Konzept. Denn die meisten dieser Reisenden bleiben gemäß seiner Erfahrung zwischen einer Woche und einigen Monaten. Die Beweggründe sind dabei unterschiedlich: Manche hätten ihren Job gekündigt und würden über ein neues Projekt nachdenken, sagte der Outpost-Gründer. Andere würden ein Büro für ihre Startup-Idee mieten wollen, während wieder andere einfach nur ein paar Gleichgesinnte suchten, während sie ihre Projektarbeit aus der Ferne erledigten.

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