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Erfolg für Gewerkschaft in Mexiko

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Von: Steffen Herrmann

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In Mexikos größtem GM-Werk erkämpft die unabhängige Gewerkschaft Sinttia einen neuen Tarifvertrag. Er könnte Signalwirkung haben.

Roboter arbeiten an der Karosserie von verschiedenen BMW-Modellen im Stammwerk.
Auch BMW produziert Autos in Mexiko. © dpa / Sven Hoppe

In Mexiko hat sich der Autobauer General Motors (GM) mit der unabhängigen Gewerkschaft Sinttia auf einen Tarifvertrag für das GM-Werk in Silao geeinigt. Damit endet eine lange Auseinandersetzung, während der die Gewerkschaft immer wieder über Todesdrohungen und andere Einschüchterungen geklagt hatte. Die Sinttia-Generalsekretärin Maria Alejandra Morales Reynoso bezeichnete den Tarifvertrag deshalb als „historische Errungenschaft und eine Botschaft des Wandels“. Nach Angaben von vergangenem Donnerstag sollen die Löhne und Sozialleistungen der Beschäftigten deutlich steigen, das Plus soll auch größer als die Inflation sein, die in Mexiko im April bei rund 7,7 Prozent lag. Auch die Mitbestimmung der Beschäftigten wird gestärkt.

Mexiko ist die Werkbank vieler Autokonzerne, auch Audi, BMW und Volkswagen produzieren dort. Wegen seiner Nähe zu den USA ist Mexiko für die Autobauer attraktiv – aber auch wegen niedriger Löhne. In Silao, dem größten GM-Werk in Mexiko, verdienen die Menschen bislang rund neun bis 33 Euro am Tag. Zum Vergleich: In seinen US-amerikanischen Werken zahlt GM rund 18 bis 32 Dollar pro Stunde.

Auch um die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter steht es schlecht: Viele mexikanische Gewerkschaften vertreten eher die Interessen der Unternehmen als die der Beschäftigten. In Silao war es der unabhängigen Gewerkschaft Sinttia im vergangenen Jahr erstmals gelungen, sich gegen arbeitgeberfreundliche Gewerkschaften durchzusetzen.

General Motors äußerte sich zunächst nicht zu Details des neuen Tarifvertrages. Er muss noch von den Beschäftigten in einer Abstimmung angenommen werden. sbh

Steffen Herrmann

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