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Deutsche Bank

Frauen sind außen vor

  • Nina Luttmer
    VonNina Luttmer
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Deutschlands größte Bank setzt in den Führungsetagen vor allem auf Männer.

Dass Frauen in Deutschland die eher schlechter bezahlten Jobs haben und in Führungsetagen unterrepräsentiert sind, ist hinreichend bekannt. Manchmal bekommt man es aber nochmal schwarz auf weiß vor Augen geführt und dadurch noch stärker ins Bewusstsein gerückt. So wie durch den Geschäftsbericht der Deutschen Bank, der am Freitag veröffentlicht wurde.

In der ersten Hierarchieebene unterhalb des Vorstands, dem neun Männer und nur eine Frau angehören, waren Ende 2020 nur 18,4 Prozent Frauen - kaum mehr als zwei Jahre zuvor mit 18,1 Prozent. In der zweiten Ebene unterhalb des Top-Managements waren es 25,1 Prozent - gerade einmal 0,6 Prozentpunkte mehr als Ende 2018.

Dabei ist fast die Hälfte der Belegschaft der Deutschen Bank weiblich, nämlich mehr als 46 Prozent. Viele von ihnen arbeiten aber in der untersten Hierarchiestufe, ohne einen Titel wie Managing Director, Director oder Vice President - dort liegt der Frauenanteil bei knapp 60 Prozent. Dazu zählen vor allem Tarifbeschäftigte, etwa in den Filialen.

Die Bank betont in ihrem Geschäftsbericht, dass sie den Anteil von Frauen in den Führungsetagen erhöhen will. Aber selbst die doch sehr bescheidenen und schon länger bestehenden Ziele, bis Ende dieses Jahres 21 Prozent Frauen in der ersten und 28 Prozent in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands zu haben, wirken angesichts des Schneckentempos, in dem die Bank sich dabei in den vergangenen Jahren bewegt hat, kaum erreichbar. Dass die Bank hervorhebt, dass sie seit 2010 „stetige Fortschritte“ bei der Repräsentation von Frauen auf diesen Ebenen gemacht habe, wirft nur ein Schlaglicht darauf, wie noch dramatisch unausgewogener die Situation einmal war.

1,9 Milliarden Euro Boni

Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts von Deutschlands größter Bank aber zumeist vor allem auf das Thema Vergütung. Die Beschäftigten erhielten für 2020 Boni von 1,9 Milliarden Euro, nach 1,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Fast die Hälfte davon verteilten sich auf nur fünf Prozent der Belegschaft, nämlich auf die knapp 4300 Investmentbanker:innen des Instituts.

Insgesamt 684 Mitarbeiter:innen verdienten 2020 mehr als eine Million Euro, fünf verdienten dabei zwischen acht und elf Millionen Euro und damit mehr als Vorstandschef Christian Sewing. Er bekam 7,4 Millionen Euro, nach fünf Millionen Euro ein Jahr zuvor. Sollte er morgen in Rente gehen, hätte er zudem Versorgungsansprüche über 5,8 Millionen Euro gegenüber der Bank. Zusammengenommen erhielten die Mitglieder des Vorstandsgremiums, verteilt über das Jahr elf Köpfe, 50 Millionen Euro.

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