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Neue DRV-Präsidentin wird Gundula Roßbach.
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Neue DRV-Präsidentin wird Gundula Roßbach.

Gundula Roßbach

Die Frau für die Rente

  • Karl Doemens
    VonKarl Doemens
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Die Deutsche Rentenversicherung Bund bekommt eine Chefin: Gundula Roßbach (51), die dem dreiköpfigen Direktorium erst seit zwei Jahren angehört.

Mit 65 Jahren und fünf Monaten ist Schluss – auch für den obersten Chef der gesetzlichen Rentenkassen. Zum Jahreswechsel geht Axel Reimann, der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), in den Ruhestand.

Das dadurch ausgelöste Personalkarussell wird in der Behörde mit ihren 60 000 Beschäftigten nach Informationen der Frankfurter Rundschau einen regelrechten Modernisierungsschub auslösen: Nicht nur wird erstmals eine Frau zum 1. Januar 2017 oberste Renten-Chefin. Im dreiköpfigen Direktorium sind die Frauen künftig sogar in der Überzahl. Und in der Chefetage der Alterskassen sinkt das Durchschnittsalter drastisch auf 49 Jahre.

Die Rundum-Erneuerung der Verbandsspitze soll an diesem Donnerstag auf der Bundesvertreterversammlung in Bremen beschlossen werden. Neue DRV-Präsidentin wird Gundula Roßbach (51), die dem dreiköpfigen Direktorium erst seit zwei Jahren angehört. Ihren freiwerdenden Platz als normales Direktoriumsmitglied soll die bisherige Leiterin der Reha-Abteilung, Brigitte Gross (54), bekommen. Voraussichtlich im Herbst 2017 wird dann der bisherige Chef der Berlin-Brandenburger Rentenkasse, Stephan Fasshauer (42), als Nachfolger von Herbert Schillinger in das Gremium einziehen. So hat es nach FR-Informationen der Bundesvorstand der Alterskassen einstimmig vorgeschlagen.

Die in Nordrhein-Westfalen geborene Juristin Roßbach übernimmt den Chefposten bei den gesetzlichen Alterskassen in durchaus unruhigen Zeiten. Zwar ist die Rücklage mit 32 Milliarden Euro gut gefüllt. Doch lassen die Reformen der großen Koalition das Polster schnell schmelzen. Zudem wird bei SPD und CSU eine Veränderung der Rentenformel heftig diskutiert. Im Herbst will Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) ein Gesamtkonzept für den Umbau der Alterssicherung vorlegen.

Doch auch innerhalb der Alterskassen gibt es Spannungen – vor allem zwischen den Regionalträgern und der Spitzenorganisation des Bundes. Dass Roßbach nach Einschätzung von Beobachtern „eher Managerin als Sozialpolitikerin“ ist, könnte in dieser Lage ein Vorteil sein. Die Gewerkschaften würden sich gleichwohl ein deutlicheres Sozialprofil wünschen. Sie trösten sich damit, dass das neue Direktoriumsmitglied Fasshauer bei dem eher linken Ökonomen und Wirtschaftsweisen Peter Bofinger promoviert hat.

Persönlich, heißt es im Umfeld der Rentenkassen, sei die neue Troika eigentlich ein „Dream-Team“. Alle drei Direktoriumsmitglieder haben schon zusammengearbeitet. Roßbach war bis 2014 Geschäftsführerin des Berlin-Brandenburger Landesverbandes. Ihr Stellvertreter hieß damals Fasshauer. Nach dem Wechsel zur Bundes-Spitzenorganisation kümmerte sich Roßbach schwerpunktmäßig um die Rehabilitation. Gross war ihre engste Mitarbeiterin.

Alle drei Bewerber hätten ihre fachliche Kompetenz in der Vergangenheit überzeugend unter Beweis gestellt, heißt es übereinstimmend bei den Sozialpartnern. Der Personalvorschlag wird in Bremen im Paket abgestimmt. Die Bundesvertreterversammlung ist das Parlament der Alterskassen. Ihre 60 Mitglieder repräsentieren alle Rentenversicherungsträger.

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