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Frankreich: Macron baut neue Meiler – Kernkraft soll energetische Unabhängigkeit sichern

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Von: Stefan Brändle

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Der französische Präsident Macron stellt in Belfort seine Pläne vor.
Der französische Präsident Macron stellt in Belfort seine Pläne vor. © AFP/JEAN-FRANCOIS BADIAS

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will 14 Atomkraftwerke bauen lassen. Daran gibt es viel Kritik.

Belfort – Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Bau von 14 neuen Atomkraftwerken angekündigt. Obwohl er zugleich die Windkraft massiv ausbauen will, laufen die Grünen dagegen Sturm. Und nicht nur sie.

Macron machte die Ankündigung am Donnerstag am ostfranzösischen Industriestandort Belfort, wo heute schon Turbinen des Typs Arabelle für Atomreaktoren gebaut werden. Der Präsident will, wie er sagte, die energetische Unabhängigkeit seines Landes sichern und die Klimaneutralität bis 2050 erreichen.

Als Hauptmittel sieht er die Kernkraft. Sie produziert seit Jahrzehnten gut 70 Prozent des französischen Stromkonsums. Bei seinem Amtsantritt von 2017 hatte Macron versprochen, diesen Anteil wie schon vorher geplant auf 50 Prozent herunterzufahren und dafür die erneuerbaren Energien zu fördern. Zu diesem Zweck – und auch als Konzession an die Grünen – legte er das elsässische Doppel-AKW Fessenheim still.

Frankreich ist von Atomkraft abhängig

Nun vollzieht Macron eine Kehrtwende. In Belfort kündigte er den Bau von sechs Druckwasserreaktoren zweiter Generation an. Diese EPR2 sollen bis 2035 Strom liefern. Jeweils paarweise gebaut, sollen sie in Penly (Normandie), Gravelines (Nordfrankreich) sowie in Bugey oder Tricastin (Rhonetal) entstehen. Der Preis für die Meiler soll sich insgesamt zwischen 50 und 65 Milliarden Euro bewegen.

Macron bestellt zudem Studien für acht weitere EPR2, die bis 2050 ans Netz gehen sollen. Die insgesamt 14 Reaktoren sollen die ältesten der 56 heutigen Atomkraftwerke Frankreichs ersetzen. Dazu investiert Macron eine Milliarde Euro in den Bau von Mini-Reaktoren (SMR).

Atomkraftwerke in Frankreich könnten länger laufen

Vermutlich wird die Regierung auch die AKW-Laufzeit verlängern. Die französische Atomindustrie steckt in der Krise: Denn die Fachleute haben ihr Knowhow verloren, da sie seit 20 Jahren keinen Meiler gebaut haben. Das rächt sich beim Neubau des EPR-Reaktors in Flamanville: Er soll mit über zehnjähriger Verspätung 2023 ans Netz gehen; die Kosten haben sich auf 19 Milliarden versechsfacht.

Parallel zum Atomkurs will Macron auch die erneuerbaren Energien ausbauen, insbesondere Windkraft. An den französischen Meeresküsten ist bisher kein einziger Offshore-Windpark in Betrieb. Nach Macrons Vorstellung sollen es bis 2050 deren 50 sein. Außerdem will er im gleichen Zeitraum die Fläche der Sonnenkollektoren verzehnfachen.

Viel Kritik an Atomkraft-Kurs in Frankreich

In den ersten Reaktionen auf die Ankündigung drang viel Kritik durch. Die Umweltorganisation Greenpeace wirft dem Staatschef vor, er handle vor der Präsidentenwahl im April „opportunistisch“. Der grüne Präsidentschaftskandidat Yannick Jadot fragte, warum Macron das AKW Fessenheim abgeschaltet habe, jetzt aber neue Meiler baue.

Auch die konservative Präsidentschaftskandidatin Valérie Pécresse kritisierte Macron: „Er hat Fessenheim geschlossen und wirft nun wieder die Kohlenwerke an.“ Die nuklearfreundliche Rechtsextremistin Marine Le Pen erklärte, Macron verfolge den Atomkurs nur halbherzig. (Stefan Brändle)

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