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"Keine neuen Rekorde": Börsenchef Francioni ist skeptisch.
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"Keine neuen Rekorde": Börsenchef Francioni ist skeptisch.

Deutsche Börse

Francioni steckt Gewinne weg

Die Deutsche Börse wappnet sich nach dem Rekordjahr für harte Zeiten.

Von BERND SALZMANN

Die Krise erreicht die Deutsche Börse im neuen Jahr mit voller Wucht. Im Januar sind die Umsätze am Kassamarkt massiv eingebrochen. Für den elektronischen Handel und das Parkett verbucht der Börsenbetreiber ein Minus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit schmilzt eine wichtige Ertragsquelle, die Einnahmen aus Handelsgebühren, drastisch.

Da kann der Dax-Konzern von Glück sagen, dass er mit der Terminbörse Eurex und dem Handelsabwickler und Wertpapierverwahrer Clearstream noch weitaus wichtigere Ertragsquellen hat als den Kassamarkt, der im Rekordjahr 2008 nur noch 14 Prozent zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro beigetragen hat.

Einbußen auf breiter Front

Doch selbst an der vom Erfolg verwöhnten Eurex lief der Handel zum Jahresauftakt nicht mehr wie geschmiert. Börsenchef Reto Francioni kündigte daher am Mittwoch das Ende der Rekordjahre für die nach eigenem Bekunden "ertragsstärkste Börse der Welt" an. Auf eine Prognose für 2009 ließ er sich nicht ein: "Das Spektrum der Expertenmeinungen zur Entwicklung der Märkte ist im laufenden Jahr so weit gefächert, wie ich dies in meiner beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt habe."

Francioni verschärft daher den Sparkurs des Unternehmens. Trotz Rekordüberschuss soll die Dividende in Höhe von 2,10 Euro je Aktie für 2008 nicht erhöht werden. Die angestrebte Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des Jahresüberschusses werde damit knapp unterschritten. Offen ließ Francioni, ob das Aktienrückkaufprogramm 2009 fortgesetzt wird. Darüber will er erst in der zweiten Jahreshälfte Auskunft geben. Einen Grund zur Klage haben die Aktionäre des Unternehmens freilich nicht: Seit im Jahr 2005 das "Programm zur Optimierung der Kapitalstruktur" eingeführt wurde, flossen den Aktionären - darunter hungrige Hedgefonds wie TCI und Atticus - 3,3 Milliarden Euro zu.

Zupass kommt der Deutschen Börse gerade jetzt, dass der Umzug von Frankfurt ins benachbarte Eschborn bereits im Gang ist. Sie spart dadurch weitere Steuer-Millionen. Ein Einstellungsstopp soll ebenfalls helfen, die Kosten zu drücken. An Stellenstreichungen sei allerdings nicht gedacht.

Francioni sieht in der Krise aber auch Chancen. So erwartet der Manager, dass außerbörslicher Handel auf Plattformen des Unternehmens verlagert werden wird. "Die Krise hat gezeigt, dass Regulierung in diesen Bereichen wichtig ist", sagte er. "Die Situation hat sich zu unseren Gunsten geändert." Profitieren könnte davon insbesondere das Clearing, aber auch der Handel.

Gut möglich, dass die Deutsche Börse auch durch Zukäufe wächst. Am Markt wird längst spekuliert, die Krise könnte zu Fusionen und Übernahmen führen. Nicht nur die Frankfurter, auch viele Wettbewerber haben an der Börse massiv an Wert verloren. Francioni räumte ein, dass er und sein Team Chancen für Schulterschlüsse "permanent neu ausloten". Die Preisvorstellungen bei potenziellen Kandidaten scheinen allerdings unrealistisch hoch. "Wir müssen feststellen, dass die neuen Bewertungsniveaus offenbar noch nicht von allen Parteien akzeptiert werden."

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