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Fracht will Nachtflüge

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Nachtflüge: von den einen gefürchtet, von den anderen gefordert.
Nachtflüge: von den einen gefürchtet, von den anderen gefordert. © Rolf Oeser

Nachtflüge sind für die deutsche Wirtschaft unerlässlich - sagt die Luftfahrtbranche. Sie wollen eine politische Prüfung der Nachtflugverbote an deutschen Flughäfen. In Frankfurt trifft das Nachtflugverbot vor allem Lufthansa Cargo.

Nachtflüge sind für die deutsche Wirtschaft unerlässlich - sagt die Luftfahrtbranche. Sie wollen eine politische Prüfung der Nachtflugverbote an deutschen Flughäfen. In Frankfurt trifft das Nachtflugverbot vor allem Lufthansa Cargo.

Wegen des Lärms sind Nachtflüge an deutschen Flughäfen ziemlich unpopulär. Die Luftfrachtbranche und ihre Kunden wollen sich mit den zuletzt verschärften Einschränkungen aber nicht abfinden und verlangen eine politische Überprüfung der geltenden deutschen Nachtflugregeln. In einem Bund-Länder-Konzept müsse festgelegt werden, an welchen Standorten Nachtflüge für die deutsche Wirtschaft unerlässlich seien, erklärten am Mittwoch die Bundesverbände der deutschen Industrie (BDI) und der Luftverkehrswirtschaft (BDL). „Eine gute Luftfrachtanbindung ist ein entscheidendes Standortkriterium“, sagte BDI-Vertreter Dieter Schweer in Frankfurt.

Forderungen nach der Aufhebung der politisch umstrittenen Nachtflugverbote etwa an den großen Drehkreuzen Frankfurt oder München wurden nicht erhoben. „Wir halten das Nachtflugverbot in Frankfurt für falsch, akzeptieren aber die höchstrichterliche Entscheidung“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Markus Otto von der European Air Transport Leipzig betonte die Notwendigkeit des sogenannten Nachtsprungs, mit dem für wichtige Ladungen die Nacht genutzt werden könne. Man brauche den Nachtflug nicht überall, aber dürfe ihn auch nicht überall blockieren. Weitere Einschränkungen für Luftfracht dürfe es nicht geben, zumal Großflughäfen im nahen europäischen Ausland keine ähnlichen Beschränkungen hätten.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt herrscht seit Oktober 2011 ein striktes Nachtflugverbot, das vor allem Lufthansa Cargo getroffen hat. Deren CEO Karl Ulrich Garnadt bezifferte die Umsatzverluste auf rund 40 Millionen Euro. Uneingeschränkt darf Fracht nachts in Köln-Bonn, Hahn im Hunsrück und Hannover geflogen werden, in Leipzig-Halle ist nur Expressfracht erlaubt.

Beschränkungen des Betriebs müssten als letztes Mittel gelten, fordern die Verbände. Für den Lärmschutz seien leisere Maschinen und optimierte Anflugverfahren entscheidend. Im internationalen Rahmen müssten Wettbewerbsnachteile beseitigt werden. Dazu zählten die nur in Europa erhobenen Emissionsabgaben, der uneinheitliche Luftraum über dem Kontinent und Doppelkontrollen von Transferfracht.

Laut BDL konzentriert sich das Frachtgeschäft in Deutschland auf die Flughäfen Frankfurt, Leipzig-Halle, Köln-Bonn, Hahn und München. Rund 30 Prozent aller Exporte und 25 Prozent der Importe (nach Wert) aus und von Übersee würden per Flugzeug abgewickelt. Der Gesamtwarenwert der Luftfracht habe 2012 über 200 Milliarden Euro betragen. (dpa)

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