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Gesundheit

Big Food und Big Soda

  • Thomas Gebauer
    VonThomas Gebauer
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Der schwere Kampf gegen Diabetes und Co.

Zu den großen Themen, mit denen sich die gerade in Genf zu Ende gegangene Weltgesundheitsversammlung beschäftigen musste, zählte die dramatische Zunahme von „Nicht-Übertragbaren Krankheiten“. So sind im vergangenen Jahr 38 Millionen Menschen zum Beispiel an Diabetes, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Störungen gestorben, 28 Millionen allein in den Ländern des Südens, wo die Zahl dieser Erkrankungen besonders stark angestiegen ist.

Bei der Frage, wie dem vorzeitigen Tod so vieler Menschen zu begegnen sei, ging es Genf nicht zuletzt um die Rolle der Industrie. Tatsächlich sind machtvolle Interessen im Spiel. Eine zynische Arbeitsteilung ist auszumachen, wenn internationale Nahrungsmittel- und Getränkekonzerne mit einer aggressiven Vermarktung von zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln für die Verbreitung eben des Elends sorgen, von dem sich die Gesundheitswirtschaft über den Verkauf von Pillen und Diagnosegerät neue Profitchancen verspricht.

Fast schon resignierend klagte Margaret Chan, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Bemühungen zum Schutz vor nicht-übertragbaren Krankheiten bislang an Big Tobacco, Big Food, Big Soda und Big Alcohol gescheitert wären.

Verhindern will die Industrie Regulierungen, die den Absatz ihrer Produkte schmälern könnten. Schon die Empfehlung, den Zuckerkonsum freiwillig zu halbieren, wie sie in Genf vor zwei Jahren diskutiert wurde, ist ihr offenbar zu weit gegangen. Einspruch hat unter anderem Italien erhoben, Heimatland jenes Nugatcreme-Herstellers, dessen Produkte bis in den letzten Winkel der Erde vermarktet werden.

Immerhin: Länder wie Mexiko, in denen sich die kindliche Fettleibigkeit zu einer Volkskrankheit ausgeweitet hat, erheben unterdessen eine Zuckersteuer. Schweden verbietet eine aggressive, sich an Kinder wendende Werbung, und auch das britische Unterhaus hat kürzlich eine Besteuerung gezuckerter Softdrinks beschlossen.

Das Problem nicht-übertragbarer Krankheiten zeigt, wie wichtig es ist, Gesundheitspolitik vor kommerziellen Interessen zu schützen. Was auf dem Spiel steht, ist die Gesundheit der Welt und damit auch unsere Gesundheit. Immer deutlicher wird die Notwendigkeit einer WHO, die allein der Gesundheit und nicht dem Business verpflichtet ist.

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