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Förderung für Ökobauten

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Von: Johanna Apel

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Neubau mit Holz und Stroh.
Neubau mit Holz und Stroh. © dpa

Die Staatliche Förderbank KFW vergibt zinsverbilligte Kredite für neue Projekte.

Klimagerechtes Bauen ist heute keine Kann-Entscheidung mehr, sondern ein Muss“, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) am Mittwoch in Berlin. „Wer heute baut wie früher, um Geld zu sparen, schadet dem Klima und seinem Geldbeutel durch horrende Nebenkosten.“

Mit dem neuen Förderprogramm stehen jährlich 750 Millionen Euro zur Verfügung, die ausschließlich in den klimafreundlichen Neubau fließen sollen. „Jeder kann die KFW-geförderte Zinsverbilligung beantragen“, sagte Geywitz dazu. „Sie hilft genau dann, wenn es oft am schwierigsten ist: Beim Start der Finanzierung für ein Eigenheim oder Mehrfamilienhaus.“

Und so soll das Programm „Klimafreundlicher Neubau“ aussehen: Ab März können Privatpersonen, Investoren, Unternehmen oder Genossenschaften ihre Anträge stellen. Gefördert wird der Neubau sowie der Ersterwerb neu errichteter „klimafreundlicher und energieeffizienter Wohn- und Nichtwohngebäude“. Die müssen spezifische Grenzwerte für die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus eines Hauses unterschreiten und den energetischen Standard eines Effizienzhauses 40 für Neubauten vorweisen.

Für Gebäude, die dazu noch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erreichen, verspricht das Ministerium eine noch höhere Förderung. Das Ganze soll über zinsverbilligte KFW-Kredite laufen. Zudem sollen auch Kommunen und Landkreise Zuschüsse für den Bau von Wohnungen, Kitas oder Schulen bekommen.

Insgesamt steckt das Bauministerium in diesem Jahr 1,1 Milliarden Euro in die Förderung von Neubauten. Neben den 750 Millionen Euro für das nun vorgestellte Programm sollen 350 Millionen Euro in eine neue Wohneigentumsförderung für Familien fließen – eine Art „Nachfolger“ des Baukindergeldes.

Viel zu wenig, finden Vertreter:innen der Baubranche und der Opposition. Über das am Mittwoch vorgestellte 750-Millionen-Paket zeigten sich viele enttäuscht. „Mit dieser Förderung werden wir es auch 2024 nicht schaffen, 400 000 Wohnungen zu bauen“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW). Das Fördervolumen und die ausschließliche Ausrichtung auf EH-40-Standards seien nicht geeignet, um „angesichts explodierender Preise beim bezahlbaren Wohnungsbau etwas zu bewirken“.

Jan-Marco Luczak, baupolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, sprach von einem „kräftigen Impuls“, den der Wohnungsbau nun eigentlich benötige. „Wir brauchen schlicht mehr Mittel“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Gleichzeitig muss die Bundesregierung endlich aufhören, durch immer strengere Standards und Auflagen die Baupreise in die Höhe zu treiben. Diese Spirale muss gebrochen werden.“

Das Ziel der Ampel, insgesamt 1,6 Millionen neue Wohnungen in der Legislatur zu bauen, werde „krachend scheitern“, so Luczak. „Vermutlich werden es gerade mal die Hälfte. Das ist dramatisch, wir laufen in eine handfeste Krise auf dem Wohnungsmarkt“, so der CDU-Politiker. Leidtragende seien die Menschen auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung.

Ministerin Geywitz sieht das neue Förderprogramm als Teil eines „großen, sozialen und klimafreundlichen Bauförderprogramms“ der Bundesregierung. Alleine 2023 würden mehrere Milliarden auch noch in den sozialen Wohnungsbau oder ins Azubi- und Studierendenwohnen fließen. Bis 2026 stellt der Bund 14,5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereit. mit dpa

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