Integration

Flüchtlinge bereichern Arbeitsmarkt

  • schließen
  • Rasmus Buchsteiner
    Rasmus Buchsteiner
    schließen

Der Arbeitgeberpräsident lobt die zügige berufliche Integration. Viele arbeiten als Facharbeiter.

Die Arbeitgeber sehen große Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen. „Von mehr als einer Million Menschen, die vor allem seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben heute bald 400.000 einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, der „Augsburger Allgemeinen“. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe mit ihrem Satz „Wir schaffen das“ richtig gelegen. „Ich bin selbst überrascht, dass das so schnell geht“, sagte Kramer.

Laut jüngster Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind im November rund 289.000 Menschen aus den acht wichtigsten außereuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Die Zahl der Flüchtlinge in Ausbildung dürfte bei rund 30.000 liegen. Rund 72.000 waren zuletzt geringfügig beschäftigt.

Kramer sagte, die große Mehrheit der erwerbstätigen Flüchtlinge arbeite in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und sei damit integriert. Die meisten Mittelständler seien weiter auf der Suche nach Mitarbeitern und hofften auf das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Die Pläne sollen nach bisherigem Stand in der kommenden Woche vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.

Am Freitag lief die Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts allerdings noch. Aus der Union gibt es Kritik, dass nach den bisherigen Plänen auch abgelehnte Asylbewerber mit Job dauerhaft im Land bleiben können sollen. Deutschland müsse weiterhin eine offene Gesellschaft bleiben, die bereit sei, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, so Kramer. „Wenn uns das nicht gelingt, besteht die Gefahr, dass wir wirtschaftlich wieder zurückfallen wie in den neunziger Jahren.“

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge mit sozialversicherungspflichtigem Job sind als Facharbeiter, Spezialisten oder Experten beschäftigt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor. Ende März 2018 waren in Deutschland noch 220.000 Menschen aus den wichtigsten acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Davon waren 104.000 oder 47 Prozent in einer Tätigkeit als Helfer beschäftigt, 92.000 oder 42 Prozent in einer fachlich ausgerichteten Tätigkeit beschäftigt, 7000 oder drei Prozent als Spezialisten und 16.000 oder sieben Prozent als Experten tätig“, so das Ministerium. 662.000 erwerbsfähige Flüchtlinge bezogen Ende März 2018 Hartz-IV-Leistungen. 96.000 bezogen als „Aufstocker“ zusätzlich zu ihrem Lohn staatliche Unterstützung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare