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Arbeitsplätze

Fixiert auf Wachstum

  • Christine Ax
    VonChristine Ax
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Erst der teure Versuch, Wirtschaftswachstum mit Konjunkturprogrammen, Subventionen oder der Entfesselung der Finanzmärkte zu erzwingen, hat die Probleme verursacht, die jetzt mit Wirtschaftswachstum gelöst werden sollen.

Das Treffen der Mächtigsten in Hamburg wurde – obwohl es das Einüben von Teamfähigkeit zum Ziel hatte – von den Medien über weite Strecken wie ein Sportereignis kommentiert. Die Welt – so scheint es – ist eine Arena, in der die Mächtigen gegeneinander antreten. Dem Sieger winken am Ende wirtschaftliche und politische Vormachtstellung und vor allem: Jobs für alle.

Diesmal durfte Deutschland den Schiedsrichter geben und die Kanzlerin hat es – das finden fast alle – gut gemacht. Wieder einmal war Wirtschaftswachstum der Dreh- und Angelpunkt der meisten Erlösungsphantasien. Für Jobs machen die Mächtigen alles: Sie drehen an der Aufrüstungsspirale und emittieren immer noch viel zu viel CO2. Nur: Der Plan kann so nicht aufgehen. Weder ist der Klimaschutz in den Industrieländern mit unserer Art von Wirtschaftswachstum dauerhaft vereinbar – noch ist es denkbar, dass die Digitalisierung an den Arbeitsmärkten in den nächsten Jahrzehnten spurlos vorbeigehen wird.

Es ist schon viel zu lange her, dass Wirtschaftswachstum in den OECD-Ländern „Beschäftigungsprobleme“ gelöst hat. Für die gegenläufige These gibt es hingegen viele Belege: Erst der sinnlose und teure Versuch, Wirtschaftswachstum mit Konjunkturprogrammen, Subventionen oder der Entfesselung der Finanzmärkte zu erzwingen, hat die Probleme verursacht, die jetzt mit Wirtschaftswachstum gelöst werden sollen.

Die letzten „Jobwunder“ in den Vereinigten Staaten und Deutschland beruhen vor allem auf Armutslöhnen und Armutsrenten. Sie liefern keine Antwort auf wachsende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen. Nur eine faire Verteilung eines schrumpfenden Arbeitsvolumens und die Umsetzung der Agenda 2030 sind in der Lage, die Probleme der Welt zu lösen. Erst wenn dies endlich verstanden wird, kann der gefährliche Wettbewerb um wirtschaftliche und politische Vormacht gestoppt und können die Probleme gemeinsam angegangen werden.

Ein „Marshallplan für Afrika“ und die Förderung von Existenzgründungen und Bildung für Frauen geht hingegen in die richtige Richtung. Im Vorarlberg hat man einst die Stammesältesten in einer auf Pfählen errichteten Halle tagen lassen und die Leiter entfernt. Erst wenn sie sich wirklich geeinigt hatten, durften sie den Raum wieder verlassen. Keine schlechte Idee eigentlich.

Die Autorin ist Ökonomin und Philosophin.

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